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Landscha einischaun… – ein anderes Padua

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Rechtzeitig vor Ihrer Reise nach Padua haben wir einen „Bericht“ aus dem Jahr 2009 aus dem Archiv geholt, in welchem Thomas Ceschka pointiert über die „Sehleute“ auf der AutoMoto d’Epoca erzählt ..

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Familienplanung? Genug Platz für den Nachwuchs?

Wie jedes Jahr auf der Auto e Moto d’Epoca in Padua mit dem Auftrag Bilder für die Lancianews zu machen betraut, ist es immer die größte Herausforderung die ausgestellten Autos ohne reinglotzende Menschen aufzunehmen. Daher macht man immer eine immense Anzahl von Fotos, von denen dann nur ein kleiner Teil als gut befunden die Weiterverwendung erfährt.


Immer diese Skeptiker aus dem Norden …

Schade, denn wie ich bei nochmaliger Durchsicht bemerkt habe, sind doch gerade die „Einischauer“ das Interessante! Das „Auto-reinschaun“ bekommt man zwar nicht mit der Muttermilch, aber gleich danach. Als Dreijähriger kann man zwar keine Integral rechnen, aber einen schnittigen Intregale erkennen. Man erfasst sofort: geile Autos haben meist geile (Bei)Fahrer(innen), was sofort in die eigene Zukunftsplanung mit einfließt. Daher ab zum Fahrerfenster und einischaun, was denn der zukünftige Arbeitsplatz mit sich bringt. Zentraler Punkt ist der Tacho und die Zahlen drauf. Also bevor ich 1 und 1 = 2 rechnen konnte, hab’ ich gewusst, 220 ist schneller als 200, du Bremsgewicht! Das waren Cockpiteindrücke, die man mitnehmen konnte, wenn einem im Sommerurlaubstau die Kühe auf der Wiese überholt haben und man auf der Rücksitzbank vor Hitze umgekommen ist.

 
Piccolo casino bei der Ardea           Genaue Untersuchung der Appia Sport

So etwas verliert man sein ganzes Leben nicht, nur mit dem Älterwerden kanalisiert sich das in speziellere Richtungen – wie man in Padua genau beobachten konnte.

 
Angemessene Distanz zum Objekt   Sind diese  Felgen eigentlich original?

Die grundsätzliche Annäherung an ein ausgesuchtes Autoschatzi erfolgt immer gleich. Zuerst wie bei einem Hund bei seinem Baum ein kurzes Anschnüffeln des Objektes und dann sofort der Kennerblick durch das Fahrerfester … Zack drauf auf das  Fenster mit den Fingerabdrücken als Markierung oder paar Tropfen Geifer auf die Türhaut mit anschließendem Kommentar zum Partner „52er Lichtschalter in einer 53er ist nicht Uriginal“. Was Vernichtenderes als einen Nietenzähler gibt’s für Oldtimerrestaurierer nicht – oder doch? Wegfotografierer sind auch so eine Einischauerseuche. Ohne Sonnenbrille kann man ja von der Beifahrerseite gar nicht mehr auf so einer Show ins Auto schauen ohne vom Blitzlichtgewitter ein Augenleiden zu bekommen. Ganz schlimm ist es, wenn die Motorhaube geöffnet wird. So viele Menschen, die auf kleinstem Raum in so kurzer Zeit so viel Falsches sagen, findest normalerweise nur beim Alkomaten am Oktoberfest.

 
Gehört der Herr zur Dame?             Kein Detail darf übersehen werden!

Aber es gibt auch die harmlosen, echten Begeisterten, die mit Euphorie in jedes Modell ihrer Marke hineinschauen, den Tacho betrachten, im Geist den ersten Gang einlegen und auf der schönsten Straße mit Genuss fahren, fahren durch die Vergangenheit der Gedanken auf der Rücksitzbank im Schlaf… – und wer es nicht bis nach Hause schafft, na der schlaft und träumt gleich auf der Show!

T.C. / 11.2009

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