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4. CLASSIC 1000 oder 4. Rallye der 1000 Kilometer

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„Mann“ wächst mit der Aufgabe! Bei den Vorbereitungen der vierten Auflage der Rallye der 1000 Kilometer taten sich einige Schwierigkeiten für den Veranstalter auf: die Hotels, die drei Jahre als Start- und Zieldestinationen dienten, standen nicht mehr zur Verfügung. Und just an dem bisher gefahrenen Termin im Oktober sollte auf den geplanten Sträßchen in Oberösterreich die WRC-Rally „Zentraleuropa“ stattfinden. Dazu kamen Zweifel, ob die Konzeption den Erwartungen von Veranstalter und Teilnehmer mehr als in den bisherigen Rallyes ausreichend herausfordernd waren. Es wurde mehr als gleichwertiger Ersatz (Zimmer, spätes Abendessen für 80 Personen, ausreichend Parkplatz) gefunden: in Bad Vöslau College Garden Hotel – Seminarhotel & Eventhotel Bad Vöslau (college-garden-hotels.com), in Steyr bestwestern.com/de_DE/book/hotels-in-steyr/aiden-by-best-western-stadtgut-hotel-steyr/propertyCode.89151.html .

1000 Classic 2023

Das „Nachempfinden“ der „glorreichen“ Rallyes aus dem 20. Jahrhundert ist 2023 natürlich nicht möglich, weil … Eine artgerechte Weiterführung der originalen Rallyeanforderungen – Bewältigung der Strecke unter allen möglichen Bedingungen, herausfordernde Navigation, interessante Wertungsprüfungen und Ausdauer – sind in Zeiten der „gepflegten“ Gleichmäßigkeit mit Oldtimern eher Ausschlusskriterien für die Klientel, die ihre Schätze lieber bei Sonnenschein von Kaffee zu Restaurant ausführen will.

Darüber habe ich in den Berichten über die drei bisherigen Veranstaltungen schon ausführlich geschrieben. 2023 durfte Kurt Schimitzek aufgrund der geänderten Randbedingungen und Erfahrungen der Vorjahre tiefer in seine Werkzeugkiste greifen. Zwei Tagesetappen Steyr – Bad Vöslau – Steyr über knapp 1.000 km, 50 Zeitkontrollen (auf die Minute anzufahren), 80 Passierkontrollen (ohne Zeitvorgabe), 18 Gleichmäßigkeitsprüfungen (mit bis zu acht Messpunkten pro Prüfung) waren zu bewältigen. Das am Vortag des Starts ausgegebene Roadbook umfasste 127 Seiten, auf welchen Strecke, anzufahrende Punkte und Prüfungsvorgaben auf Karten in unterschiedlichen Maßstäben dargestellt waren. Die Überprüfung der regelkonformen Durchführung der Aufgaben erfolgte mit Hilfe von GPS-Elektronik. In den Fahrzeugen wurden TRIPY-Sender aus Frankreich – Tripy, Navigationssystem und digitales Roadbook – installiert, welche die „Bewegungen“ des Teilnehmers aufzeichnete, die zeitnahe von dem Auswertungssystem der belgischen Firma JB-Time-Concept – JBtimeconcept.be – gesammelt und ausgewertet wurde. So konnte der Veranstalter mit nur wenigen Mitarbeitern die Rallye betreuen, die kritischen Stellen personell besetzen, die Ergebnisse prompt liefern sowie Rückfragen sofort geografisch und zeitlich beantworten.

1000 Classic 2023
1000 Classic 2023 – Roadbook und Zeittabellen

Dreißig Fahrzeuge der Baujahre 1960 bis 1989 hatten genannt, getrennt nach Baujahresklassen, 29 gingen am Freitag ab 8:00 Uhr bei strömenden Regen in Steyr an den Start. Das Vorausauto, das zwei Stunden früher losgefahren war, meldete früh, dass ab ungefähr 700 Höhenmeter der Regen in Schnee übergehe, die Teilnehmer fanden dann bis Mittag mehrmals durchgängige Schneefahrbahnen vor. Es war eine ungeplante Verschärfung der Anforderungen, was sich an Verspätungen bei Zeitkontrollen ablesen lässt, „urpötzlich“ zählten nicht mehr nur Sekunden, sondern Minuten. Es gab aber keine Ausritte!

 

1000 Classic 2023 – die Fahrerverwirrung
1000 Classic 2023 – Start in Steyr
1000 Classic 2023 – Ankunft in Bad Vöslau

Am Samstag starten 28 Fahrzeuge bei strahlendem Sonnenschein zur Rückreise nach Steyr. Das Zwischenergebnis zeigte knappe Abstände: Porsche 944 1.149 Punkte (davon 660 auf der Strecke) vor Lancia Fulvia 1.211 Punkte (davon 540 auf der Strecke) und Mercedes 190 1.433 Punkte (davon 900 auf der Strecke). Das „brauchbare“ Wetter reduzierte die Verspätungen an den Zeitkontrollen nur unwesentlich, die Straßen im Waldviertel ließen keine Langeweile aufkommen. Pünktlich trafen die Teilnehmer in der Dunkelheit in Steyr ein, wo ein kühles Bier auf sie wartete.

1000 Classic 2023 – trotz Regen und Kälte – Bier
1000 Classic 2023 – die mutigen Mädels
1000 Classic 2023 – Abtransport der Pokale

Nach den ersten Gängen des Abendessens fand die Preisverteilung statt, bis auf drei fanden alle Pokale ihre „Abnehmer“. Der Gesamtsieg ging nach Ungarn: Zoltan Horvath/Lajos Boros auf Lancia Fulvia Montecarlo mit 1.991 Punkten. Die Zweiten kamen aus Salzburg Gernot Zöhrer/Stefanie Söls auf Porsche 924 mit 3.010 Punkten – sie hatten nach dem ersten Tag mit 62 Punkten vor Horvath/Boros geführt – Dritte wurden Alexander Lang/Florian Howacker auf Porsche 911 SC mit 3.220 Punkten. Der Sieg im Regularity-Bewerb ging auch nach Ungarn Tamas Pasztor/Peter Majoshazi auf Fiat 2300 S.

1000 Classic 2023 – ZK am zweiten Fahrtag

Ich persönlich durfte eine ZK im Waldviertel besetzen und Gilles Bailly von JB-Timeconzept „transportieren“. Er richtete, in meinem VW hinten sitzend, sein Büro ein und war stets online für die rechtzeitige Auswertung und Suche nach verlorenen Schäfchen.

1000 Classic 2023 – Sieger der Regularity-Wertung aus Ungarn
1000 Classic 2023 – Gesamtsieger bei der Ankunft in Bad Vöslau

Die rigorose Bestrafung der Geschwindigkeitsüberschreitungen im Jahr 2022 hat heuer zu einer deutlich besseren Disziplin der Teilnehmer geführt. Diese Überwachung ist „lebensnotwendig“ für die behördliche Genehmigung und Akzeptanz. Ob allerdings die Funktionäre inklusive Fahrtleitung die vorgeschriebenen Beschränkungen beim rechtzeitigen Erreichen ihrer Einsatzpunkte eingehalten haben, ist fraglich. Ihre „Tripys“ wurden vorsichtshalber nicht ausgewertet!!

Detailinformationen zur Rallye finden Sie unter: Home (classic1000.at).

 

E. Marquart / 11.2023

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