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3. CLASSIC1000 oder 3. Rallye der 1000 Kilometer

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Das musste 2022 ja noch besser als bisher funktionieren! Die Veranstaltungen 2020 und 2021 waren zu einem neu, dann deutlich von der Corona-Krise beeinträchtigt, zum anderen musste sich das Konzept stabilisieren – bei den Teilnehmern und der Organisation. Und schließlich durfte ich 2022 persönlich corona-bedingt zu Hause bleiben, was die Qualität der Veranstaltung deutlich verbesserte.

3. Classic 1000

Bei meinen Berichten über die Winterrallye Steiermark und die beiden ersten Classic 1000 Rallyes habe ich ausreichend über das Konzept von Kurt Schimitzek geschrieben: das weitergehend authentische Zurückblicken in die „glorreiche“ Rallyevergangenheit Österreichs in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Was kann in die Gegenwart geholt werden, ohne die geänderten Umgebungsbedingungen zu ignorieren und aktuellen Bestimmungen zu überschreiten? Umweltbewusstsein, politisch motiviertes Biedermeier-Wohlfühlambiente und teilweise militantes Nachplappern von unüberprüften Vorurteilen lassen Leute, die mit älteren Autos unterwegs sind, als Verbrecher erscheinen – Dorfplatzverstinken bei Kirchturmkorsos ja, aber auf Wald und Wiese besser nein.

Der „Eiertanz“ der Veranstalter zwischen Intention, den Wünschen der angesprochenen Interessenten und dem Unverständnis der uninformierten Gutmenschen ist mühsam. Die ursprüngliche Anforderung bei Rallyes war das Befahren einer vorgeschriebenen Strecke, Erreichen der Ziele in der vorgeschriebenen Zeit – unter allen Bedingungen, die sich zusammentragen ließen: Straßenverhältnisse, Wetter, Topografie und Navigation. Als die Technik im Laufe der Zeit nahezu alle Bedingungen entschärfte, wurden Sonderprüfungen als Wettbewerbskriterien eingeführt – der Schnellste gewinnt, wenn er alle anderen Bedingungen erfüllt hatte. Im 21. Jahrhundert kann man das nicht mehr in dieser altgewohnten Art und Weise fortführen: schnell = böse und gefährlich. Die möglichen Kompromisse können wir sehen: Grand-Prix auf abgesperrten Sandstraßen = WRC, 1/1000-Sekunden-Klauberei unter Einsatz aller technischen Hilfsmittel = Monte-Carlo Historique oder Ennstal Classic. Beide Veranstaltungen sind keine billige Vergnügen – für Veranstalter (Erfinden von Kriterien, Messmethoden und Überprüfen der zulässigen Technik) und Teilnehmer („Bewaffnen“ mit aller möglichen Elektronik).

3. Classic 1000 – St. Ulrich/Steyr

 

Gibt es Zwischenschritte, Alternativen? Kurt Schimitzek hat es 2022 zum dritten Mal versucht:

  • 27 Teilnehmer mit Fahrzeugen der Baujahre 1968 bis 1990
  • zwei Tagesetappen mit 494 km (von St. Ulrich/Steyr nach Baden bei Wien) und 475 km (von Baden nach St. Ulrich)
  • 19 + 15 Zeitkontrollen, die auf die Minute anzufahren waren
  • 15 Sonderprüfungen auf Gleichmäßigkeit (Messung auf 1 Sekunde genau, stehender Start oder window open)
  • Navigation mit Hilfe von Roadbüchern, in welchen die Strecke auf Karten in unterschiedlichen Maßstäben vorgegeben wurde.
3. Classic 1000 – die Sieger wie schon 2020 und 2021
3. Classic 1000 – erprobte Recken im finsteren Wald
3. Classic 1000 – klein heißt sicher nicht langsam!

Was einerseits die Anforderungen zur Minimierung der Corona-Gefahr vorschrieben – nahezu kontaktlose Abwicklung bei den Kontrollen – und die modernste Technik ermöglichten die lückenlose Führung der Teilnehmer. Zeitgerechtes Erreichen der Kontrollen, Einhalten der Strecke (Passierkontrollen), Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Geschwindigkeiten (Auflage der Behörden) und Kontrolle der „Gleichmäßigkeit“ auf den Sonderprüfungen wurden mit Hilfe der belgischen Unternehmen www.tripy.eu (Geräte) und www.jbtimeconcept.be (Zeitnahme und Auswertung),  die u.a. auch seit Jahren die Rallye Monte-Carlo Historique betreuen, ermöglicht. Zeitnahe waren die Ergebnisse der 15 Prüfungen auf der Homepage zur Verfügung, auch der Stand der Veranstaltung war stets halbtags zur Verfügung.

3. Classic 1000 – Blumen für die „Mädels“

24 Fahrzeuge erreichten in der Wertung das Ziel. Die Wertungen nach FIA-Gruppen, Befahren der Strecke und Ergebnis der Gleichmäßigkeitsprüfungen wurden am Abend in St. Ulrich pünktlich bekanntgegeben, die Damen traditionell mit Blumen geehrt und die Pokale (soweit errungen) verteilt.

Sieger wurden ein weiteres Mal Vater und Tochter Fleck auf BMW 1802 vor einem Porsche 924 S und Golf GTI. Mit Ausnahme der Sieger hatten alle Teilnehmer mehr oder minder fleißig Punkte wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen gesammelt, was das Klassement durcheinanderwürfelte. Klagen über diesen Umstand sollten jedoch im stillen Kämmerlein geübt werden, denn die klaglose Durchführung der Veranstaltung gegenüber den Behörden ist die Voraussetzung für die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte.

3. Classic 1000 – Vorausauto gibt den Weg frei

Das Team der Veranstaltung ist nun schon bestens eingespielt, die jungen Herren aus der Steiermark unterstützen Kurt Schimitzek optimal, durch Vorausauto und laufende Kommunikation können unerwartete Ereignisse abgefangen werden – diese Form der Betreuung hätten sich die alten „Helden“ in den 1960er-Jahren gewünscht.

3. Classic 1000 – das wäre doch gelacht, wenn …

Ihr Berichterstatter, der bei den beiden ersten Veranstaltung als „schmückendes“ Beiwerk (Marke Muppets-Show) „tätig“ war, war in der Vorbereitung eingesetzt, kannte daher die straßenmäßigen Anforderungen, aber Corona hielt ihn vernünftigerweise am heimatlichen Ofen.

Detailinformationen zur Rallye finden Sie unter: Home (classic1000.at).

lancianews dankt  Lennart Fleck – mail@lennart.productions für die Bereitstellung der Fotos.

 

E. Marquart / 11.2022

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