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Hässliches Entlein wird glänzender Flamingo

Wie der Phönix aus der Asche – der neue Flaminia-Glanz

Wieder ein Blick in unser Technik-Archiv: Die glänzende „Ablenkung“ – zwischenzeitlich ist der Herr Sohn vier Jahre alt und schätzt die Ausfahrten mit dem Herrn Papa in der Flaminia sehr


Lancia-Qualität nach 50 Jahren!

Lackaufarbeitung eines Scheunenfundes als zweite persönliche Geburt!

Was macht ein Mann, dessen Frau schon drei Tage über dem Geburtstermin des erwarteten Kindes ist? Richtig – er geht in die Garage und arbeitet sein zweites Kindlein auf. Man weiß ja nie, wie viel Zeit man nach dem D-Day noch hat, außerdem muss man ja irgendwas machen, um die erwartungsvoll zittrigen Hände zu beruhigen.

Hierzu war unsere Garagenfund-Flaminia aus Italien (Siehe Berichte Titel: „Urlaubsempfehlung lancianews“ vom Mai 2011 sowie Technik: „Barnfind Flaminia Coupé“ vom Oktober 2011) das richtige Betätigungsfeld. Nach einem ersten technischen Check zeigte sich der Wagen in ausgezeichnetem technischem Zustand. Start und ruhiger Motorlauf sofort nach Wechsel aller Flüssigkeiten und Anhängen der Batterie. Kupplung ok, Bremsleitung leck, Ausfahren ohne Entsorgung der Garagenmitbewohner war daher nicht möglich. Wechsel der Leitung mit nachfolgendem kurzem Kreisfahren auf dem Parkplatz endete mit einer Blockade des Bremskraftverstärkers. Ding raus und ab zur Revision nach Turin, nun ist unsere Flaminia nur mehr mit Muskelkraft zu bewegen. Ja, wer sein Auto liebt, der schiebt!


Da fährt sie noch – bis der Bremskraftverstärker streikt!

Da nun einige Zeit zur Verfügung gestanden ist, haben wir uns dem Äußeren zugewendet. Der Wagen ist in Italien mindestens 15 Jahre in eine Garage gestanden und hat ziemlich Patina angesetzt. Chrom matt, detto der Lack, der ebenso irgendwann halbherzig anpoliert worden ist.


Die Arbeitsgeräte der Redaktion haben wir ein bisserl rangenommen.

Zunächst haben wir unsere Flamina mal gründlich gewaschen, um einen Überblick über den Arbeitsumfang zu bekommen. Entschieden haben wir uns dann die ebenen Flächen mit zwei Excenterschleifern von Bosch und Festo mit der 5000er Feinschleifpolitur und dem gelben Grobschwamm, Kanten und winkelige Stellen mit der grünen Paste von Wolfrum vor zu bearbeiten.


Damit lassen sich glänzende Ergebnisse erzielen!

Zwei Durchgänge und viel Schweiß waren notwendig, um die Oxydationsschicht und die vielen Lackverfärbungen abzutragen. Zuerst wurden mit der grünen Paste alle schwer zugänglichen Kanten, Sicken und die Bereiche rund um die Schweinwerfer, Stoßstangen und Fenster mit einem nassen Handtuch vorgearbeitet. Die Flächen wurden dann diagonal, sowie der Länge über kreuz mit den Excenterschleifern grob vorpoliert. Nach jedem Poliergang wurde gereinigt, um den Lack beurteilen zu können. Wichtig ist, dass man den Schleifer parallel zum Untergrund führt, um keine Wellen in die Oberfläche zu polieren.


Bei der Motorhaube aus Aluminium darf man nicht zuviel Druck ausüben, sonst gibt es Dellen!

Nach der Grobpolitur gründliches Waschen des Wagens und des Polierers, denn schmutzig wird man ziemlich bei dieser Arbeit. Anschließend derselbe Vorgang mit der 11000 Feinpolitur und schwarzem Feinschwamm von Festo. Wieder waschen und Auftragen einer Hochglanz-Lackversiegelung.


Anstrengend, aber was macht man nicht alles, damit die Hände nicht zittern!

Dann noch ein halber Tag Chrompflege und fertig ist unser schöner Flamingo der Flaminia-Glanz ist wiederhergestellt.


Bei Scheinwerfer und Stoßstange haben wir von Hand gearbeitet

Der Besitzerstolz des werdenden Vaters ist dem Ergebnis entsprechend. Nächste Schritte sind sicherheitshalber eine Generalüberholung des Bremssystems sowie die Aufarbeitung der wunderschönen Lederausstattung. Hierzu werden wir uns wieder melden!

T.C. / 12.2011

 

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