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Betriebsstoffe Fulvia Coupé laut Betriebsanleitung

Da es nicht mehr lange dauern wird, bis wir unsere Lieblinge aus dem Winterschlaf erwecken werden, möchte ich Ihnen einige Dinge über Betriebsstoffe erzählen.  Betriebsstoffe sind jene Flüssigkeiten, die unsere Lancias am Leben erhalten. Dazu zählen neben Kraftstoffen, Motor- und Getriebeölen, Bremsflüssigkeit, Lenkungs-Öl und natürlich das Kühlmittel. Nicht zu vergessen ist die Flüssigkeit, die in der Batterie sein sollte.

Betriebsstoffe – Motoröl

Ich möchte ihnen keinen wissenschaftlichen Vortrag über die Betriebsstoffe halten, sondern nur Dinge erzählen, die leicht verständlich sind. Beginnen werde ich mit dem

Motoröl:

Natürlich wissen wir, dass ohne Motoröl nichts geht. Aber auch mit genug Motoröl kann vieles schiefgehen. Was das richtige Motoröl für Ihren Lancia ist, sollten Sie aus der Betriebsanleitung herauslesen. Hier die wichtigsten technischen Daten in Kurzform: Viskosität: Ist die Zähflüssigkeit von Ölen. Je höher die Zahl ist, desto langsamer fließt das Öl. Heute verwendet man in den meisten Fällen ein sogenanntes Mehrbereichs-Öl. Wenn Sie sich einen gebrauchten Lancia zulegen und Sie wissen nicht, welches Öl der Vorbesitzer gefüllt hatte, dann sollten Sie aus Sicherheitsgründen Mehrbereichs-Öl einfüllen. Leichtlauf-Öl oder Synthetisches Motoröl bitte in keinem Fall einfüllen, da sich nach langen Laufzeiten Rückstände (Öl-Kohle) in den Ölkanälen absetzen kann und diese durch das dünnflüssige Leichtlauf-Öl herausgeschwemmt wird. Dadurch kann ein Lager- bzw. ein Motorschaden entstehen. Nach einer Motorüberholung ist die Verwendung von synthetischem Motoröl kein Nachteil. Aber bitte lassen Sie sich von einem Fachmann beraten.
Ölstand: Auch zu viel eingefüllte Motoröl kann unangenehme Folgen haben. Da im Kurbelgehäuse Überdruck herrscht, kann die Motorentlüftung nicht korrekt arbeiten und es wird dadurch der Motor baldigst zu Undichtheiten neigen.

Ölwechsel: Sollte zumindest einmal im Jahr erfolgen (auch bei einer geringen Kilometerleistung), da sich Kondenswasser im Motorkader bildet und dieses, wenn es sich mit dem Motoröl verbindet, zu einer Säurebildung kommt und diese, wenn es blöd hergeht, die Kurbelwelle oder die Motorlager beschädigt. Der ideale Zeitpunkt ist immer der Herbst, bevor Sie Ihren Liebling einwintern. Ebenfalls ist es ratsam gleichzeitig den Ölfilter zu erneuern.

Nicht vergessen einen Öl-Zettel oder Aufkleber anbringen, und darauf die wichtigsten Informationen schreiben (Kilometerstand und Öl-Marke/Spezifikation).

Die wichtigsten Eigenschaften, die ein Motoröl können muss:
• Motoröl soll die Reibung vermindern (schmieren)
• Motoröl soll abdichten. (Der Verbrennungsraum muss gegen das Kurbelgehäuse abgedichtet werden)
• Motoröl muss kühlen
• Motoröl muss auch reinigen (Verbrennungsrückstände müssen gebunden werden)
• Vor Korrosion schützen
• Geräusche dämpfen.

 

Betriebsstoffe – Bremsflüssigkeit

Getriebeöl:

An Getriebeöle werden andere Anforderungen als an Motoröle gestellt. Sie sollten Immer das Getriebeöl füllen, das in Ihrer Betriebsanleitung angeführt ist. Besonders sind die unscheinbaren Nebenbezeichnungen zu beachten: Wie z.B. API GL 5. Das ist zum Beispiel bei Fulvia- und Flavia-Getrieben besonders wichtig. Bei diesen Getrieben ist im selben Gehäuse das Differenzial verbaut und da sind die Flankendrücke besonders groß.
Der Ölstand sollte immer im warmen Zustand gemessen werden. Der Idealfall ist zwischen „Min“ und „Max“. Zu hoher Ölstand kann auch hier zu Undichtheiten führen. Die Viskosität (Zähflüssigkeit) soll in den meisten Fällen zwischen SAE 75 bis zum Teil (in seltenen Fällen) SAE 140 sein.
Freigabe-Vorschriften der Automobilhersteller sind unbedingt zu beachten

Bremsflüssigkeit:

Die Bremsflüssigkeit ist ebenfalls einem schleichenden Verschleiß unterworfen, weil sie hygroskopisch ist – das heißt wasseranziehend. Ist der Wasseranteil zu hoch (über 1,5%) verliert die Bremse rasch an Wirkung. Bei jedem „Pickerl“ (§57a-Überprüfung) wird der Siedepunkt der Flüssigkeit überprüft, liegt dieser unter 180 Grad Celsius („leichter Mangel“) bzw. unter 150 Grad Celsius („schwerer Mangel“), so ist es höchste Zeit die Bremsflüssigkeit zu erneuern. Ist die Bremsflüssigkeit dunkel ist diese sofort zu erneuern.

Bei vielen unserer Fahrzeuge steht auf dem Bremsflüssigkeitsbehälter die Bezeichnung „DOT 3“. aber diese Spezifikation ist oft nicht mehr erhältlich. Sie können ohne Bedenken DOT4 oder DOT 5,1 einfüllen. DOT 4 und DOT 5,1 haben einen höheren Siedepunkt.

Aber Achtung: Bitte kein „DOT 5“ einfüllen, denn diese ist auf Silikonbasis und nur für eigene Systeme vorgesehen. Silikonbremsflüssigkeit ist ebenfalls ein NOGO, da sie nicht messbar ist, daher verboten ist. Silikonbremsflüssigkeit hat ebenfalls den Nachteil, dass sie bei niederen Temperaturen zähflüssig wird und dadurch die Bremswirkung verloren geht.
Im Normalfall werden Bremsflüssigkeiten alle zwei Jahre erneuert.

Lenkungsöl:

Das Lenkungsöl sollte ebenfalls kontrolliert werden. Da die Lancias vor der Beta-Modellreihe so gut wie keine servounterstützten Lenkungen hatten (bis auf wenige Flavia- und 2000-Typen), ist eine Kontrolle notwendig. Die Einfüllschraube abschrauben und schauen, ob genug Öl (Beginn des Einfüllgewindes) in der Lenkung ist. Gegebenenfalls auffüllen (mit Getriebeöl) bis das Öl knapp unter der Einfüllschraube zu sehen ist. Bei Servolenkungen bitte die Betriebsanleitungen beachten sowie das zu einfüllende Öl.

Betriebsstoffe – Kühler

Kühlerfrostschutz:

Die modernen Frostschutzmittel in unseren Autos sollen nicht nur verhindern, dass der Kühler zufriert, sondern es dient auch als Kühlmittel.
Auch dieser Betriebsstoff unterliegt einem Verschleiß. Er wird sehr oft als „Stiefkind“ behandelt und mitunter wird sich das Kühlmittel rächen. Da bei unseren Lancia-Motoren sehr viel Aluminium mit Gusseisen verbaut wurde, fällt dem Kühlmittel eine besondere Bedeutung zu. Das Kühlmittel darf das Aluminium sowie die Gussteile nicht angreifen. Bei falschen oder zu alten Kühl- bzw. Frostschutzmitteln entsteht eine chemische Reaktion und das Aluminium und der Guss werden zerfressen. Das kann ich verhindern, indem das ich regelmäßig (alle 2 bis 3 Jahre) das Kühlmittel erneuere.
Bitte beachten Sie, was auf dem Frostschutz-Behälter steht (Mischverhältnis bzw. pur), wozu ich das Kühlmittel verwenden darf.

Betriebsstoffe – Batterie

Batterie:

Spätestens in den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob Sie mit der Batterie Ihres Lancias gut umgegangen sind. Haben Sie die Batterie abgeklemmt, regelmäßig nachgeladen und das Batteriewasser kontrolliert? Wenn Sie das alles nicht gemacht haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Batterie zu erneuern ist. Im Normalfall, bei guter Pflege, hält eine Batterie ungefähr fünf Jahre. Was heißt gute Pflege?

• Sind die Pole noch in Ordnung?
• Wenn es technisch machbar ist – ist genug destillierts Wasser in den einzelnen Zellen?
• Laden Sie Ihre Batterie regelmäßig über den Winter oder haben Sie diese an ein Erhaltungsgerät angeschlossen?
• Ladet Ihre Lichtmaschine genug oder zu viel?

All diese Dinge sind leicht zu überprüfen. Es gibt aber einige Punkte, die ganz wichtig beim Hantieren mit der Batterie zu beachten sind:

1. Beim Ausbau der Batterie immer den MINUS-POL zuerst abschließen. Warum? Wenn Sie den Pluspol zuerst abklemmen und Sie mit dem Schraubenschlüssel die Karosserie unabsichtlich berühren, gibt es einen Kurzschluss, der mit fatalen Folgen enden kann. Von einer schweren Brandverletzung an den Händen bis zu einer Batterie, die explodieren kann

2. Beim Einbau bitte immer zuerst den PLUS-POL anschließen

3. Beim Laden der Batterie bitte immer den Raum gut durchlüften. Beim Laden entsteht Knallgas und das kann beim Lichtaufdrehen fatale Folgen haben.

Betriebsstoffe – Ladung Batterie

Nach dem Laden oder beim Einbau einer neuen Batterie ist darauf zu achten, dass die Batterie auch richtig befestigt ist. Ich glaube, jeder Laie kann sich vorstellen, welchen Schaden eine lose Batterie verursachen kann. Ob bei Ihrem Lancia die Lichtmaschine genug Strom bringt, kann durch ein einfaches Voltmeter überprüft werden. Der ideale Ladestrom liegt bei 13,8 Volt. Bei starken Schwankungen sollten Sie einen Autoelektriker kontaktieren.

Kraftstoff (Benzin):

Über Benzin, welchen, wieviel Oktan oder welche Marke, möchte ich Ihnen nicht viel erzählen. Jeder hat so seinen Favoriten und das soll auch so bleiben.
Meiner Meinung gibt es aber Dinge auf die zu achten sind. Da sich im Laufe der letzten Jahrzehnte der „Sprit“ in der Zusammensetzung geändert hat sollten Sie auf einige Dinge achten.

1. Vor dem ersten Start im Frühjahr auf Undichtheiten achten

2. Beim ersten Startversuch immer einen Feuerlöscher in Bereitschaft haben. (wenn es möglich ist, mit Helfer starten)

3. Nach dem Anspringen die Spritleitungen auf Undichtheit kotrollieren

4. Ihren Lancia nach Möglichkeit vor längeren Standzeiten immer Volltanken. Durch die aktuelle chemische Zusammensetzung des Kraftstoffes ist er „hygroskopisch“ geworden – das heißt wasseranziehend und das tut dem Vergaser (auch Einspritzung) nicht gut.

5. Durch langes Stehen (mit wenig Benzin im Tank) kann der Blechtank zum Durchrosten neigen und es können sich, so komisch das klingt, Algen im Tank (wie bei einem alten Schwimmbad) bilden, was nicht gerade förderlich beim Fahren sein soll.

 Über Vorsichtsmaßnahmen beim Starten bitte die Artikel in lancianews beachten:

https://www.lancianews.com/archiv/2019/feurige-angelegenheit/
https://www.lancianews.com/archiv/2016/coole-fulvia-13-hf/
https://www.lancianews.com/technik/e-10-sinn-oder-unnsinn/

 

Helmut J. Neverla / 4.2021

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