Schneekettenpflicht bei + 15,5 Grad

Schneekettenpflicht bei + 15,5 Grad

2 Feb, 2015

Die Winterrallye Steiermark 2015

Ausflug zur vorerst winterlichen Winterrallye Steiermark 2015 – knapp ein halber Tag Winter, dann verblies der Föhnsturm fast die Veranstaltung. Improvisation in der Organisation, aber Spaß für Teilnehmer und Organisatoren.

Winterrallye Steiermark 2015: Leise und elegant auf Platz 4 gefahren!

Winterrallye Steiermark 2015: Leise und elegant auf Platz 4 gefahren!

 

 

 

Hatte ich 2014 noch um einen passenden Titel für meinen Bericht der Winterrallye Steiermark „gerungen“, so „flog“ er mir 2015 von selbst zu – siehe oben.

 

Brav rüstete ich am Tag vor der Veranstaltung Auto und Fahrer winterlich aus, fuhr am ersten Veranstaltungstag bei leichtem Tauwetter von Wien nach Leoben, wo auf den Bergen der Umgebung noch ausreichend Schnee lag. Die Tage vorher hatte es ausgiebig geschneit, sodass eine richtige Winterrallye zu erwarten war. Doch der Föhnsturm war schneller als jede Aktualisierung der Roadbooks und Durchführungsbestimmungen, welche für die „gestrigen“ Straßenverhältnisse gedacht waren.

Winterrallye Steiermark 2015: Wiederholungstäter aus Ingolstadt

Winterrallye Steiermark 2015: Wiederholungstäter aus Ingolstadt

31 Fahrzeuge hatten sich in Leoben eingefunden, füllten wie bunte Ostereier den halben Hauptplatz der Stadt. Bunt gemischt Marken, Antriebskonzepte, Präparierungsstand – großteils aus den Vorjahren erprobte Teilnehmer wussten, was sie erwarten würde. 50-seitiges Roadbook für jeden Fahrtag bestehend nur aus Schwarz/Weiß-Karten in unterschiedlichen Maßstäben, auf welchen die anzufahrenden Kontrollpunkte (30 am ersten/22 am zweiten Fahrtag) eingezeichnet waren. Dazu eine Startkarte mit den einzuhaltenden Fahrzeiten – und ein umfangreicher Strafpunktekatalog zur Berücksichtigung aller eventuellen Fehler. Denn jeder Teilnehmer sollte ins Ziel kommen, auch wenn die „widrigen“ Umstände das Erreichen der Kontrollpunkte in der Zeit unmöglich machen sollten. Denn die Teilnehmer konnte die Höhe der Pönalisierung selbst abwägen – was bei anderen Bewerben Ausschlussgründen wären, konnte hier „kalkuliert“ werden.

Winterrallye Steiermark 2015: Schneekettenanlegen ist sichtlich Frauensache!

Winterrallye Steiermark 2015: Schneekettenanlegen ist sichtlich Frauensache!

2015 waren nicht nur „Winterrallye“-typische Marken bzw. Typen am Start: vier Lancia (1600 HF, Beta Coupé, Fulvia Coupé 1,3 S2), zwei Saab (96 V4, 90), zwei Mini Cooper, ein Renault 5 Parisienne und drei Mercedes (450 SLC, 190-2,3, 280 C), sechs BMW (2000 ti, 325 ix, 2002 tii, Touring tii, 320/6), drei Volvo (244, 744 GL, 345), drei Porsche (924, 911 S), drei Audi (TT, 80 GTE, 80 C) sowie eine Toyota Celica GT, ein Ford Escort RS 2000, Fiat 128 Coupé sowie ein VW 1302 S. Und nur drei Fahrzeuge erreichten aus technischen Gründen nicht das Ziel!

Winterrallye Steiermark 2015: Postkarten-Idylle - dafür kamen sie alle in die Steiermark, aber ...

Winterrallye Steiermark 2015: Postkarten-Idylle – dafür kamen sie alle in die Steiermark, aber …

Und war es eine Winterrallye? Unbedingt ja, aber … Der Föhnsturm am zweiten Fahrtag mit Temperaturen von über 15 Grad und Sturmstärke bis 120 km/h veränderte den Bewerb bis fast zur Unkenntlichkeit. Maßgebende Streckenteile waren nicht passierbar, weil Bäume und Felsen die Durchfahrt unmöglich machten, dazu lähmte ein großräumiger Stromausfall in der Region Birkfeld teilweise die Infrastruktur. Der Veranstalter improvisierte gekonnt, musste damit aber damit viel Wasser in seinen Wettbewerbs-Wein gießen, was von den Teilnehmern mit Verständnis akzeptiert wurde. Die Mittagspause des zweiten Tages wurde beeindruckend durch den Einsatz von vier großen Feuerwehrfahrzeugen mit Mannschaftswagen mit gestaltet, welche genau auf die Straße fuhren, die 15 Minuten später als kritische Strecke mit Kettenpflicht zu absolvieren gewesen wäre.

Winterrallye Steiermark 2015: ...aber am zweiten Fahrtag, war nicht mehr viel vom Winter zu sehen!

Winterrallye Steiermark 2015: …aber am zweiten Fahrtag, war nicht mehr viel vom Winter zu sehen!

Die Teilnehmer kamen pünktlich zurück ins Ziel nach Leoben, mit einiger Überlegung wurde das Ergebnis ermittelt – was war höhere Gewalt, was nachweislich Ungeschick von Teilnehmern, was soll nachvollziehbar berücksichtigt werden? Die Preisverteilung fand im gemütlich, würdigen Rahmen statt und die Spitzenplätze wurden wieder von „bekannten“ Teams erreicht – Porsche 924 vor Ford Escort und Volvo 244. Für die ersten Zehn gab es Pokale, Applaus und Siegerfotos.

 

 

Winterrallye Steiermark 2015: Wenn der Vater mit der Tochter die Fulvia ausführt - Platz 10!

Winterrallye Steiermark 2015: Wenn der Vater mit der Tochter die Fulvia ausführt – Platz 10!

 

 

Details zur Winterrallye in LEOBEN finden Sie auf der Homepage www.winterrallye.at – der Termin für 2016 ist auch bereits vorsorglich festgelegt: 15. und 16 Jänner 2016.

 

Winterrallye Steiermark 2015: Eine einmalige Pretiose auf dem Weg zur Rallye Monte Carlo Historique

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Ich habe auch 2015 wieder die Fotos des „offiziellen“ Veranstaltungsfotografen Markus Tobisch www.pressfoto.at für diesen Beitrag verwendet, das Impressum bewusst belassen, um nicht die Arbeit von Herrn Tobisch zu kannibalisieren.

 

E. Marquart / 1.2015

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