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Franz Casny (1942 – 2023)

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Das ist ein kleiner Nachruf für einen lieben Freund, den die Lancia-Begeisterung auch so wie mich erst im höheren Alter gepackt hatte. 185 cm groß, 110 kg schwer, gelenkig wie ein Bernhardiner wünschte er sich just ein Fulvia Coupé, um beim Mechaniker seines Vertrauens einen anderen Fulvia-Eigentümer kennen zu lernen – 185 cm groß, 90 kg schwer, etwas gelenkiger. Die beiden alten Herren in ihren kleinen italienischen Coupés pflegten über viele Jahre ihr gemeinsames Hobby,

Franz Casny (1942 – 2023) – 2010 Moldau-Stausee

Die Lancia-Community ist ein bunter Haufen, da kommen die buntesten Leute zusammen, lauter Individualisten, die die „Lancia-Räder“ jeder für sich neu erfinden und dann überrascht entdecken, dass der Markenkollege auch weiß, wo es lang geht.

Franz Casny (1942 – 2023) – Skepsis inklusive

Franz war Vertriebsmann in einem Unternehmen, welches technische Einrichtungen aller Art für Kfz-Werkstätten verkauft und betreut. Er war ein Vertriebsmann im besten Sinn, bis zu seinem Tod seinen Kunden als „geringfügig“ Beschäftigter verbunden, stets bereit zu helfen. Mit seinem technischen Wissen und Branchenkenntnis konnte er auch seinen Lancia-Freunden helfen, hatte oftmals eine festgefügte Meinung zu bestimmten Aufgaben und Lösungen, von welcher er selbst unter „Gewaltandrohung“ nur ungern abwich. Franz hatte eben (fast) immer recht!

Sein Weg zu Lancia-Fahrzeugen war eher mühsam. Sein erstes Coupé Serie 2 war verbastelt, mit einiger Mühe wurde es wieder schön, um wenige Wochen später bei einem Verkehrsunfall in Dantes Unterwelt geschickt zu werden. Der zweite Anlauf verlief erfolgreicher, was aber nicht heißt, dass es ein billiges Vergnügen war. Man hat eben konkrete Vorstellungen, wie eine S1 1,3 S rallye auszuschauen hat.

Franz Casny (1942 – 2023) – Selbstbewusstsein hat noch nie geschadet

Mit dieser Fulvia bereiste Franz ganz Europa vom Rom bis zur Ost- und Nordsee, schrieb darüber Berichte für lancianews, war bei lokalen Oldtimerbewerben über viele Jahre aktiv, brachte brav zur großen Freude seiner Frau Pokale nach Hause, war fester Bestandteil der Gruppe der „Garagenausfahrer“, gestaltete Wege und Ziele mit. Er wurde aktives Mitglied des Club Österreich, half bei der Ausrichtung der Oldtimermesse in Tulln und Ausfahrten mit. Jährlich „zog“ es ihn ins Ennstal, wo er jahrzehntelang Urlaub gemacht hatte, um mit Freunden die Ennstal-Classic zu besuchen und darüber schöne Bilder und Geschichten zu schreiben.

Franz Casny (1942 – 2023) – noch ein Häferl, mit Sepp Pointinger

Da stand ihm eines Tages ein Kappa 3,0 Coupé in blaumetallic aus der Sammlung eines Freundes ins Haus. Nicht mehr schmalbrüstige 1.300 ccm, sondern mächtige 3 Liter mit Automatik und allen Luxus-Ausstattungen – das nennt man angemessene Motorisierung! So konnte uns Franz bei unseren Treffen jedes Mal überraschen – Rot oder blau.

Frisch vom internationalen Treffen des LCÖ anfangs September 2022 zurückgekehrt, erfolgte eine unglückliche Verkettung von Unglücksfällen, die unseren Freund im Februar 2023 nach schwerer Corona-Infektion und orthopädischer Operation nicht mehr aus dem Spital kommen ließen.

Franz, wir werden Deine stets gut gemeinten Ratschläge vermissen, Deine raumfüllende Präsenz wird uns fehlen. Gute Fahrt, aber bitte nicht über 6.000 U/min drehen!!

Franz Casny (1942 – 2023)

E. Marquart / 3.2023

1 Gedanke zu „Franz Casny (1942 – 2023)“

  1. Lieber Hannes !
    Danke für Deine tollen Worte die über Franz geschrieben hast. Besser kann man Franz nicht beschreiben. Ich hatta Franz nicht nur als Freund sondern auch als mein Firmenbetreuer. Er war zu jeder Tag und Nachtzeit zu erreichen und egal ob privat oder als Werkstatteinrichter – Franz hat immer geholfen oder zumindest einen guten Rat gehabt.
    Bitte versuche nicht auf der Himmelsstraße denen dort Deinen Willen aufzuzwingen
    Wie Hannes schon sagte „Wir werden Deine gut gemeinten Ratschläge vermissen“

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