Assoziationen erlaubt?! Klavierzyklus von Modest Mussorgski aus dem Jahre 1874 – was hat das mit den Themen, die bei lancianews behandelt werden (sollen?) zu tun? Die Rubrik „Motoring Art“ beschäftigt sich in zu großen Zeitabständen mit Themen „rund“ um historisch wertvolle Fahrzeuge, Design, wegweisender Technik und Sammlerfreude. Geplant/vorgesehen für Beiträge künstlerischer, themenübergreifender Art, wo nicht nach Geld, Massenphänomenen und vordergründiger, wirtschaftlicher Nützlichkeit gefragt wird – Freude an Fahrzeugen und zugehörigem Kontext.
Diese Rubrik ist nach Zugriffszahlen gesehen das Mauerblümchen von lancianews, meist spontane Berichte ohne weitere Reaktionen aus dem sehr schweigsamen Leserpublikum. Es muss ja auch nicht immer Lancia sein.
Ich quäle die Leser von lancianews seit Beginn meiner Redakteurstätigkeit mit meiner Rallye-Manie, erzähle von vergangenen Ereignissen, aktuellen Veranstaltungen, bei denen historisch wertvolle Fahrzeuge präsentiert (Messen, Ausstellungen etc.) und bewegt (Oldtimerbewerbe, „Rallyes“) werden. Mitte Juli 2026 frönte ich wieder dieser Leidenschaft, unterstützte Helmut Neverla und die Veranstalter der Ennstal-Classic durch den Transport der Ehrengäste Delphine und Daniele Audetto zur und während der Veranstaltung. Mit einem Bentley Mulsanne Baujahr 1987.
Womit ich endlich beim Titel des Berichtes angelangt bin. (Es gibt bei lancianews kein Zeilenhonorar!) An einer Stelle, wo „man“ es nicht erwarten kann, wo es aber Sinn macht, befindet sich ein Betrieb, der sich mit Ausstellung, Verkauf, Betreuung und Instandhaltung wertvoller historischer Fahrzeuge beschäftigt: 7100 Neusiedl am See, Erwin-Schrödinger-Straße 1 – Mikiberger .Strategisch günstig in der unmittelbaren Nähe zum Outlet-Center in Parndorf gelegen, präsentiert sich der Betrieb mit nahezu allem, worauf Interessenten und Fans „alten Blechs“ gerne schauen.
Den Eigentümer dieses Betriebes habe ich vor ungefähr 15 Jahren kenngelernt, als er mit Hilfe unseres Freundes Franz Casny Kontakt zur Lancia-Szene in Österreich bekam, den Lancia Club Österreich freundlich unterstützte – z.B. mit Bereitstellung einer Lancia Lambda Baujahr 1924 auf der Oldtimer-Messe Tulln 2017. Die „Nähe“ zur österreichischen Lancia-Community führte schließlich zu Anhäufung mehrerer Modelle der Firma Lancia in seiner Sammlung: Lambda 3. Serie 1924, Flaminia Coupé PF 1961, Fulvia Coupé 1,2, Fulvia Coupé 1,3 S S1, Fulvia Coupé 1600 HF Lusso, Fulvia Coupé 1600 HF corsa, Fulvia Coupé 3, Fulvia Berlina S1. Damit war “natürlich” eine enge Beziehung zu Franz Casny und mir gegeben, denn wir mussten den Fan „britischen Schwermetalls“ von Lebensart und Leichtigkeit italienischer Autos erst überzeugen.
Wenn Sie den Schauraum in Neusiedl betreten, wähnen Sie sich in einer anderen Welt, weil Fahrzeuge so vieler Marken aus der ganzen Welt in diesem Zustand nicht oft zu sehen sind. Nicht platzsparend geschlichtet, in Minuten fahrbereit – wenn da nicht zufällig ein paar andere Pretiosen daneben/davorstehen würden. Für unbelehrbar Autoverrückte wie mich eine Atmosphäre der Ruhe und Gediegenheit, ohne Neid und falschen Hoffnungen – mit Bezug zur Realität. Die Fahrzeuge kosteten bei Auslieferung ein (kleines?) Vermögen, warum sollen sie heute „nichts“ kosten? Sie wurden mit erheblichem Aufwand über viele Jahre im betriebsbereiten Zustand erhalten.
„Man“ erwartet in diesen hellen Hallen sachkundige Besucher, Interessenten – „please, do not touch“ – hinter jedem Fahrzeug gibt es eine „Geschichte“ – Eigentümer, Fahrer, Erstbesitzer, Technik Serie und individuell – Kulturgüter des 20. Jahrhundert, mit viel Sachverstand und Sentiment zusammengetragen und am Leben erhalten.
Als 2025 der Bentley Mulsanne nach Neusiedl kam, stand ich mit offenem Mund vor diesem „Koloss“ von 5 ½ Metern Länge, 6,7 l-8-Zylinder mit „ausreichender“ Leistung, eingerichtet wie ein englisches Landhaus – und dabei unauffällig wie ein etwas zu groß geratener Škoda moderner Bauart. Alle lächelten ob meiner Begeisterung, die Idee des VIP-Transportes kam in meinen Kopf – und mit Geduld und entsprechendem Aufwand drückte man mir die Schlüssel im Juli 2026 in die Hand – gute Fahrt!
Es war ein ruhiger Ausflug ohne Hektik über 800 km in die Steiermark und zurück. Meine Gäste waren beeindruckt – die Jahre davor mussten sie mit meinem bürgerlichen Van vorliebnehmen. Und die „Umgebung“ bei der Ennstal-Classic schmolz vor der Limousine dahin: Absperrungen, Gatter und Parkplätze öffneten sich ungefragt – wir „erschienen“ zeitgerecht.
Ich brachte den Mulsanne unbeschädigt zurück nach Neusiedl, konnte den Mechanikern von den Erlebnissen eines Fulvia-Fahrers in dem britischen Raumschiff erzählen, dass alles, wie versprochen funktioniert hat. Das „Bild“ wurde wieder in die Ausstellung zurückgebracht – als Beispiel gepflegter, hochwertiger Technik der 1980er-Jahre.
Danke.
E. Marquart /8.2026







