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Sandro Munari (1940 – 2026)

Die Liste der Nachrufe wird länger …

Lancianews blickt leider eher in die weiter zurückliegende Vergangenheit, denn die jüngere Vergangenheit und Gegenwart bieten nur noch selten Anlass zu freudigen Meldungen.

Mit Sandro Munari verlässt uns der Mann, der mit seinen motorsportlichen Erfolgen ab 1965 zum strahlenden Helden für Lancia geworden war und bis Mitte der 2010er-Jahre als Botschafter für Marke und Rallyesport unterwegs war.

Sandro Munari (1940 – 2026) – Valdobbiadene 2017

Es wird eher ein persönlicher Nachruf, denn die Zeit seiner größten Erfolge lag nach meiner aktiven Rallyezeit, aber seine Präsenz bei Treffen und Veranstaltungen in Österreich und Italien war unübertroffen, sein distanziertes Auftreten, seine Geduld mit den Fans und bedingt kompetenten Journalisten waren bewundernswert.

Helmut Neverla hatte das Vergnügen ab Anfang der 1970er-Jahre mit ihm im Rallyesport in Österreich unterwegs zu, in den 2000er-Jahren in Österreich seine Besuche in Österreich zu koordinieren. Er wird seine Sicht in einem eigenen Nachruf formulieren.

Sandro Munari (1940 – 2026) – 2000 mit Rauno Aaltonen in Niederösterreich (1000 Minuten Klassik)

Als spätberufener Eigentümer einer Fulvia 1,3 HF Baujahr 1967 kam ich natürlich bei meinen Recherchen zu Geschichte der Fulvia nicht an Sandro Munari vorbei. Mit seine Erfolgen 1972 in Monte Carlo, nachfolgend mit dem Stratos wurde er zum „El Drago“ und Held der Nation, der zwar gut Englisch sprach, aber stets von der Masse der italienischen Fans belagert wurde.

Sandro Munari (1940 – 2026) – Vicenza 2014Autogramme, Autogramme, …

Ich hatte persönlich mehrmals das Vergnügen bei Treffen in Kontakt mit ihm zu kommen, brav meine Autogramme in Bücher zu bekommen, ihm meine Bücher aufzudrängen und sein souveränes Auftreten zu bewundern.

  • Stratos-Fest 2000 in Niederösterreich, wo er als Taxi-Chauffeur sein Publikum mit dem AlItalia-Stratos unermüdlich zur Rosenburg hinauffuhr
  • Rallye 1000 Minuten Klassik 2000 in Krems, die er mit Helmut Neverla in Angedenken an seinen Sieg 1971 in einer Fulvia 1,6 HF bestritt
  • Fulvia-Treffen 2014 in Vicenza
  • Radunos von Lady Fulvia in Treviso 2016 und 2017, wo er mit seinen Sportkameraden Audetto, Ballestrieri und Bernacchini ein Bad in der Menge der Fans nahm.
Sandro Munari (1940 – 2026) – Valdobbiadene 2016 (Audetto, Ballestrieri, Dalpozzo und Francesca Pasetti

Begonnen als Beifahrer von Arnaldo Cavallari in der Alfa Giulia, bei Lancia 1965 mit dem Flavia Coupé beginnend, von 1966 bis 1974 in der Fulvia unterwegs – zwei Mal italienischer Meister, Europameister 1973, Entwicklungsfahrer für den Stratos, Dominator mit dem Stratos bis 1978 (dann wurde dieses Auto durch Sportgesetz ausgeschlossen), vier Mal Sieger bei der Rallye Monte-Carlo, unermüdlicher Kämpfer bei der Safari Rallye (ohne Sieg) und Jahrzehnte lang Markenbotschafter für Lancia/Fiat. Ein erfülltes Leben, von dem er sich Ende der 2010er-Jahre zurück in seinen Heimatort Cavarzere (VE) verabschiedete. Seine Fans machten ihm jährlich Ständchen mit ihren Lancias.

Caro Sandro, wir danken Dir. Für Deine Erfolge für Lancia, die Fulvia und die stets freundliche Entgegennahme unserer Bewunderung.

Sandro Munari war einer der ganz seltenen Fahrer, der in Autobiographien über seine Laufbahn berichtet hat:

  • La Coda del Drago – mit Cesare de Agostini – 1981 – EDIS Editione Rombo
  • Una vita di traverso – mit Sergio Remondino – 2007 – GiorgioNadaEditore – ISBN 978-88-7911-348-9

E. Marquart / 3.2026

Sandro Munari (1940 – 2026) – Vicenza 2014 mit Francesca Pasetti

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