“Family-business” in old Austria-Hungary! Bekannte Begriffe in einem anderen Umfeld und Zusammenhang. Wie beschreibt „man“ eine hochklassige Oldtimerveranstaltung, bei der man selbst funktionärsmäßig mitgewirkt hat und die Lobesworte schon in den Berichten über die Rallyes der letzten Jahre verbraucht hat?
Es war fast Family-business, bei den Teilnehmern und Funktionären waren (teilweise) Familien (Vater und Tochter, Sohn, Frau) unterwegs, und das schon wiederholt. Und die Sieger kamen zum dritten Mal aus Ungarn, Teilnehmer aus Polen, Deutschland und Österreich.
Wie 2025 war Ybbs an der Donau in Niederösterreich Start- und Zielort der dreitägigen Veranstaltung. 940 km an zwei Fahrtagen mit 20 Wertungsprüfungen über 290 km nach Straßenkarten-Roadbook waren zurückzulegen. Die „Donaulodge“ und der „Babenbergerhof“ waren die Wohlfühl-Zentren für alle, das herrliche Herbstwetter machte die drei Tagesetappen zum Vergnügen, wenn man Karten- und Uhrenlesen ausreichend perfekt beherrschte. Das erprobte Konzept der Rallye wurde 2026 um einen abendlichen Prolog am Donnerstag jenseits der Donau erweitert. Zur Festlegung der Startreihenfolge an den beiden weiteren Fahrtagen, zur Überprüfung der Kalibrierung und zum „Anwärmen“. Leider war die Anzahl der Starter nicht sehr hoch, nur 25 Fahrzeuge (darunter ein Damenteam aus Deutschland auf einem „biederen“ Ford Escort Mk 1) waren gemeldet, was leider die finanzielle Decke des Veranstalters ziemlich kurz werden ließ. Start und Ziel war die Donaulände in Ybbs beim großen Turbinenrad. Ein Volvo 144 aus der Schweiz stolperte noch in Ybbs über einen hohen Randstein und musste aufgeben.
Freitag um 8:01 Uhr startete das erste Fahrzeug Richtung Süden über die Donau ins Mariazeller Land, der Nebel lichtete sich freundlicherweise, sodass die zehn Gleichmäßigkeitsprüfungen über135 Kilometer bei guter Sicht ohne Regen absolviert werden konnten. Mittagspause beim „Bodenbauer“ direkt am Fuß des Hochschwabs. Einen deutschen Alfa Romeo durfte ich außerhalb der Wertung als Funktionär nach Ybbs „zurücklotsen“. Bis auf zwei kamen alle Teilnehmer nach Ybbs zurück, wo der Zieleinlauf vor dem Rathaus leider keine Zuschauer anlockte.
Samstag ab 8:01 Uhr startete das etwas reduzierte Feld Richtung Norden ins Waldviertel. Die zwei ausgeschiedenen Teilnehmer waren mit „Ersatzfahrzeugen“ wieder mit dabei: Leihwagen Alfa Romeo E und Mercedes-Benz Kastenwagen aus Polen! Der Tag brachte schwierige Navigation, zehn Gleichmäßigkeitsprüfungen über 155 km und eine „erfreuliche“ Bestätigung des Konzeptes. Ein wenig kooperativer Landwirt reklamierte eine allgemein befahrbare Straße als Privatgrund, ein Teil der Teilnehmer führte eine nutzlose Diskussion, aber … Mit Hilfe der Roadbook-Karte konnte schnell eine Ersatzstrecke gefunden werden, die Weiterfahrt konnte ohne Eingreifen des Veranstalters fortgesetzt werden. Spätnachmitttags Ankunft im Ziel in Ybbs, diesmal mit einigen Zuschauern, die belustigt Funktionäre und ankommende Teilnehmer beobachteten.
Die „Überwachung“ der Teilnehmer zur Einhaltung des Reglements und der Fahrzeiten erfolgt mit GPS-Elektronik – lückenlos! Von dem deutschen Unternehmen „Stoll Rallye Solution“ – Stoll Rallye Solutions – Kontakt – betreut. Es gab kaum Rückfragen im Veranstalterbüro, durch Vorauswagen, Besetzung von Kontrollen und die zeitnahe Verfolgung der Teilnehmer via GPS konnten Schwierigkeiten frühzeitig erkannt und erklärt werden. Platz 1 und 2 lagen im Ziel nur eine Sekunde auseinander!
Preisverteilung (pünktlich und informativ) mit Videopräsentation im Hintergrund inmitten eines ausgezeichneten Abendessens ohne Zittern, zufriedene Gesichter und müde Funktionäre – für die möglicherweise nicht zufriedenstellenden Ergebnisse konnten sich jeder selbst auf die Brust klopfen.
Sieger wurden Zoltan Horvath/Lajos Boros aus Ungarn auf Lancia Fulvia Montecarlo vor Michael Zottler/Alexander Lapczuk aus der Steiermark auf Ford Escort Mk 1 und Dominik Galkoswski/Szymon Raijwa aus Polen auf Mercedes Benz 300 CE. Das Damenteam aus Deutschland wäre ganz vorne gelandet, wenn nicht in Geschwindigkeitszonen gepatzt worden wäre. Die Kommentare der umgebenden Herren wurden damenhaft zurückgewiesen.
Kurt Schimitzek wies in seiner Schlussrede auf die geringe Anzahl der Teilnehmer hin, ersuchte um rührige Werbung – vor allem in Österreich – um auch 2027 die Rallye in der gewohnten Weise und Qualität durchführen zu können.
Alle Details zur Rallye finden Sie unter 7. Classic 1000 – 22. bis 24. Oktober 2026
Entschuldigen Sie bitte die Qualität und „Undynamik“ der Fotos, es war ein professioneller Medienmann anwesend, dessen Ergebnisse auf der Homepage des Veranstalters gezeigt werden.
E. Marquart / 11.2026









