Sind neun „Alpenfahrten“ genug? Sollten es nicht zehn sein? Diese lebenswichtige Frage stellte ich mir im April 2026, als das dritte Revival der Internationalen Österreichischen Alpenfahrt zur Nennung einlud. 1964 + 1966 + 1968 + 2002 + 2003 + 2004 + (2005) + 2023 + 2025 gestartet, auch einige Male ins Ziel gekommen, einige Devotionalien gesammelt. Noch einmal? Bevor ich richtig schwankend werden konnte, sagte mir mein Beifahrer 2025 – Enkel in der 6. Klasse Gymnasium mit unaufschiebbaren Schülerpflichten – ab. Was blieb, war ein Besuch beim Start des zweiten Fahrtages auf dem Wachauring bei Melk – nicht dabei, aber wenigstens in der Nähe gewesen.
Nostalgie? Sportliche Herausforderung? Artgerechte Bewegung der bunten Oldtimer in „alpiner“ Umgebung? Treffen und Tratsch mit ähnlich Zurückgebliebenen? Von allem etwas, keine Fixierung auf einen dieser Aspekte, Puristen aller Richtungen mussten Wasser in ihren Wein gießen, um den geplanten Spaß zu haben.
Wie schon bei den beiden ersten Veranstaltungen 2023 und 2025 gelang den Veranstaltern rund um Jörg Pattermann, Rudi Wallner und Christian Weitgasser wieder der Spagat. Melk in Niederösterreich (Stadt) und Umgebung (Wachauring, Schallaburg) und Niederösterreich boten den Rahmen für eine hochklassige Oldtimerveranstaltung:
- Zwei Tagesetappen (291 km / 150 km)
- 12 Wertungsprüfungen auf Gleichmäßigkeit über 305 km
- Eine Spezialprüfung auf dem Wachauring
bildeten die Herausforderungen für 40 genannte Teams. Abnahme am Freitag, Begrüßungsabend mit Helmut Deimel-Filmen und Weihrauch für „alte“ Helden, am Samstag zwei Etappen bei teilweise strömenden Regen nördlich der Donau auf altbekannten Straßen, Spezialprüfung auf dem Wachauring, am Sonntag eine Etappe zur Schlusskontrolle auf der Schallaburg – bei strahlendem Sonnenschein.
Alle Details – von Ausschreibung bis Fotogalerie finden Sie auf der Homepage des Veranstalters – die auch während der Veranstaltung laufend online die Ergebnisse zeigte – Aktuelles – Alpenfahrt Revival – 15.-17. Mai 2026
Dass 2026 die „alten“ Helden nicht so zahlreich wie in Vorjahren erschienen waren, liegt am fortgeschrittenen Alter, in der gelobten Zeit waren sie auch schon einigermaßen erwachsen, d.h. heute schon oft jenseits der 80 und 70! Stig Blomqvist, Rauno Aaltonen, Herbert Grünsteidl nahmen aber das Bad in der Menge.
Stig Blomqvist war der Stargast des Revivals. Er war auf Saab 1967, 1968, 1972 und 1973 am Start gewesen, allerdings nur mit dem 850er als Klassensieger 1968 ins Ziel gekommen. Berühmt wurde seine Fahrt 1972 zurück nach Baden nach dem Ausritt in der ersten SP: als Dreiradler fuhr er funkensprühend über die Autobahn – Herbert Völker hat das für die Ewigkeit protokolliert. 2026 verließ ihn in die Technik des geborgen Saab V4, in einem modernen BMW fuhr er ins Ziel auf die Schallaburg.
Ich weiß nicht, ob Stellantis die Erfolgsmeldungen 2025 – Ehepaar Bayer auf Fulvia 1600 HF, 2026 – Ehepaar Mischka auf Fulvia 1600 HF als Sieger der Revivals an Cesare Fiorio in Apullien gemeldet hat. In den 1970ern wären es Jubelmeldungen gewesen!
E. Marquart / 5.2026
Sehenswertes Video: Alpenfahrt Revival 2026 – Raritäten, Fun, Action…
Ein sehr persönlicher Nachsatz des Berichterstatters: Die Galerie der Starts zwischen 1964 und 2025 zeigt den nostalgischen Ansatz der Betrachtung, die Alpenfahrt zog über viele Jahre die Rallyesportler (und die es gerne gewesen wären) an.













