Hoffentlich kein Nachruf: 20. Viva Italia 2015

Hoffentlich kein Nachruf: 20. Viva Italia 2015

13 Jul, 2015

 

20. Viva Italia in Eggenburg

Eggenburg war wieder Nabel der italienischen Autowelt und wieder kamen fast 100 italienische Fahrzeuge (und Besatzungen) und genossen das Waldviertel, seine Gastlichkeit und das Treffen mit Gleichgesinnten…

20. Viva Italia: Fachkundige Erklärungen für das Publikum in Eggenburg - Hr. Manfred Palmberger

20. Viva Italia: Fachkundige Erklärungen für das Publikum in Eggenburg – Hr. Manfred Palmberger

 

Seit 1996 war ich mit meiner Fulvia „sportlich“ unterwegs, im Sommer 1996 war ich in Eggenburg bei einer neuen Oldtimer-Veranstaltung zuschauen: „Viva Italia – Internationales Treffen von Abarth .. bis Zagato“. 1997 nahm ich erstmals teil, bis zum „Abschied“ 2006 startete ich neun Mal und gewann sogar 1999 das Gesamtklassement. Dazu einige Male die meist eher schwächer besetzte Klasse Baujahr bis 1970. Die Viva gehörte fix zum Jahresprogramm.

 

 

 

20. Viva Italia: Pokal-Abonnenten Casny/Neumeister - Fulvia 1,3 S

20. Viva Italia: Pokal-Abonnenten Casny/Neumeister – Fulvia 1,3 S

2006 hatte ich einen Defekt (Ölkühlerschlauch undicht) und konnte nur noch als Gast die Veranstaltung zu Ende fahren. Im Zuge dieser Veranstaltung hatte ich Meinungsverschiedenheiten mit dem Organisator Herrn Professor Palmberger ob der auf öffentlichen Straßen zu fahrenden Schnitte und drehte der Viva den Rücken, während die Lancia-Freunde meine Bedenken nicht teilten und weiter fleißig nach Eggenburg pilgerten.

 

 

Nach einigen Jahren Schmollpause fuhr ich jedoch wieder zum Stadt Grand Prix in Eggenburg, berichtete darüber in lancianews und sah rundherum nur zufriedene Gesichter. Ich war sichtlich zu pitzelig gewesen. So auch 2015 – ich fuhr an dem strahlenden Sonntagmorgen ins Waldviertel, die 20. Viva wollte ich mir nicht entgehen lassen.

20. Viva Italia: Unverdrossen Spaß gehabt auf den verschiedensten Italienern: Dr. T. Herbsthofer

20. Viva Italia: Unverdrossen Spaß gehabt auf den verschiedensten Italienern: Dr. T. Herbsthofer

 

 

 

Und erfuhr auf dem Hauptplatz von Eggenburg, dass dies wahrscheinlich die letzte Viva sein sollte! 20 ist ein schöne runde Zahl, die Mühen der Organisation einer hochwertigen Oldtimerveranstaltung werden zunehmend größer und erfordern immer größere Budgets = Sponsoren. Aufhören, wenn es am schönsten ist!

 

Manfred Palmberger hat mit Familie und Freunden mit großem persönlichem Aufwand für die Freunde italienischen Blechs einen jährlichen Höhepunkt geschaffen, organisiert und abgewickelt. Sportliche, weniger sportliche, gar nicht sportliche „Italiener“ genossen drei Tage im Waldviertel im Freundeskreis bei gepflegter Gastlichkeit – die sportlichen Anforderungen waren vielfältig, änderten sich über die Jahre, standen jedoch nie mit tierischem Ernst im Mittelpunkt.

 

20. Viva Italia: Die ganze Familie wird "eingeteilt" - ein Teil der Pokale für die Erfolgreichen

20. Viva Italia: Die ganze Familie wird „eingeteilt“ – ein Teil der Pokale für die Erfolgreichen

20. Viva Italia

Konnte man Ende der 1990er-Jahre noch mit einer Stoppuhr und Schnitttabelle Pokale nach Hause tragen, so ist dies aktuell nicht mehr leicht möglich. Lichtschrankenprüfungen, Rundkurse mit selbstgesetzten Zeiten und die weniger geschätzten Schnittprüfungen würzten die Reise durch das Waldviertel. Und natürlich die „berühmten“ Due Miglia von Stolzendorf – die Anforderungen der frühen Jahre und die jetzigen Vorgaben sind kaum vergleichbar, wenn man daran denkt, dass „damals“ der Schnellste auf der abgesperrten Strecke einen Pokal bekam!

20. Viva Italia: Armaturenbrett und Windschutzscheibe fast vollständig verdeckt - die Sieger!

20. Viva Italia: Armaturenbrett und Windschutzscheibe fast vollständig verdeckt – die Sieger!

 

Der Blick auf die Ergebnisse 2015 zeigt, dass die Spitze der Sportlichen eng zusammengerückt ist, erstmals gab es einen Sieger, der die Viva bereits gewonnen hat – Ehepaar Grabner mit der Fulvia Safari mit wenigen Hundertstel Sekunden Vorsprung. Ein Bild, das man von den großen und teuren Veranstaltungen kennt, wo sich die Elektroniker matchen.

20. Viva Italia: "Bunter" Gast aus Deutschland

20. Viva Italia: „Bunter“ Gast aus Deutschland

 

Im Jahre 2005 hatte ich für das Programmheft eine kleine Statistik der teilnehmenden Marken der ersten 10 Jahre zusammengestellt, im 20. Jahr interessierten mich natürlich wieder die Lancias und die gaben ein buntes Bild quer durch die Modellpalette ab: Fulvia S1, S2, Fulvia 3, 2000, Beta Coupé, Beta HPE, Montecarlo, 037, Gamma, Delta, Prisma, Kappa Coupé.

 

Die Siegerliste enthält einige Lancias als Sieger: 2015 Grabner/Grabner Fulvia Safari, 2014 Staud/Hollinek Fulvia Sport, 2013 Grabner/Grabner Fulvia Safari, 1999 Marquart/Marquart Fulvia 1,3 HF, 1998 H. Böck Montecarlo.

 

 

20. Viva Italia: Hoher Gast aus dem "Mutterland": der italienische Botschafter Marrapodi

20. Viva Italia: Hoher Gast aus dem „Mutterland“: der italienische Botschafter Marrapodi

Ganz hat Herr Palmberger die Tür nicht zugeschlagen, bedrängt von seinen Fans versprach er noch einmal nachzudenken, vielleicht doch weitermachen mit einem neuen Konzept. So schließe ich den Bericht mit dem Bild von sicher einmaligen Gästen am Sonntag beim Stadt Grand Prix: seine Exzellenz der italienische Botschafter Giorgio Marrapodi gab in Begleitung von dem österreichischen Justizminister Dr. Wolfgang Brandstetter, der in Eggenburg lebt, der Viva die Ehre und brachten Herrn Palmberger mit seinen Italienischkenntnissen einigermaßen in Bedrängnis.

 

E. Marquart

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