Wiederholungstäter – Planai Classic 2005

Wiederholungstäter – Planai Classic 2005

14 Feb, 2005

Planai Classic 2005

Alle Jahre wieder … – so heißt es in einem bekannten Weihnachtslied, aber auch die Planai Classic kommt um die Weihnachtszeit mit der Zuverlässigkeit des Christkindes.

Auch im Jahr 2005 wollten Peter Pech und ich wieder die Zuverlässigkeit meiner Fulvia bei Eis und Schnee testen, was uns auch einigermaßen gelungen ist. Wir waren, so mag es beim ersten Eindruck ausschauen, nicht so erfolgreich wie letztes Jahr, aber die Wetterverhältnisse waren im heurigen Jahr bedeutend schwieriger. Letztes Jahr hatte es die Frau Holle mit uns gut gemeint, und hat es während der Veranstaltung kräftig schneien lassen, im Gegensatz zu heuer, wo in der Nacht und am Tag vorher das Ennstal ein wenig angezuckert wurde. Das Fahren in der Nacht wurde dadurch etwas verschärft, was aber den Fahrspaß nur noch förderte. Denn unsere Autos, die alle über dreißig Jahre auf dem Blech haben, kennen zum Glück die Fachausdrücke wie ABS, ESP, ASR. usw. noch nicht, was den Adrenalinspiegel gewaltig in gesunde Regionen befördert.

Aber nun zur Veranstaltung selbst – wie immer waren 50 Autos am Start in Gröbming, davon vier Vorkriegsautos und heuer erstmalig drei Lancias. Aus Tirol hat „Fuzzi“ Koffler eine Appia der ersten Serie an den Start gebracht, ein Arzt aus Freistart eine Fulvia 1600 HF aus dem Jahre 1971, und meine Fulvia 1,6HF aus dem Jahre 1969 nicht zu vergessen.

Treffpunkt ist am Beginn der Veranstaltung die Trabrennbahn in Gröbming, wo die Aufgabe war, zwei Runden in der exakt gleichen Zeit zu absolvieren. Das ist uns nicht ganz gelungen, denn mit einer Abweichung von 0,67 Sekunden ist man in der heutigen Zeit weit abgeschlagen (Platz 33, Bestzeit war 0,003 sec Abweichung)!

Planai Classic 2005: Zwei Runden auf der Trabrennbahn von Gröbming - zeitgleich!

Planai Classic 2005: Zwei Runden auf der Trabrennbahn von Gröbming – zeitgleich!

Ab ca. 17 Uhr wurde die Sache dann ernst und wir wurden in die finstere Nacht gleich auf die erste Sonderprüfung (SP) geschickt. Die Straßenverhältnisse waren mehr als kriminell, denn es galt, einen Schnitt von 40 km/h auf zum Teil blankem Eis zu fahren. Wichtig dabei ist, dass der Pilot sein Vehikel so bewegt, dass er 1. kein Rad zum Durchdrehen bringt (und damit zu viele Meter auf dem Twinmaster), 2. beim Bremsen kein Rad blockiert, 3. natürlich immer maximal 30 cm vom rechten Fahrbahnrand fährt (um auf dieselben Kilometer wie der Veranstalter zu kommen ) und 4. immer einen Schnitt von vierzig fährt.

Wer glaubt, dass wir auf gut ausgebauten Bundes- oder Landstraßen fuhren, der irrt gewaltig. Die Veranstalter Helmut Zwickl und Michael Glöckler finden die gemeinsten Wege, die es im Ennstal gibt. Die längsten Geraden auf den Sonderprüfungen sind vielleicht fünfzig Meter lang, was der Sache einen gewissen Reiz gibt, von steil bergauf oder bergab nicht zu reden. (Das Ganze ca. 14 km lang!)
Auf dieser SP konnten wir uns im Klassement etwas nach vorne schieben (SP-Platz 17), und schon ging es zur nächsten Prüfung, die zwar nur ca. sechs Kilometer lang war, aber dafür die gefinkelter Navigation durch den Co-Piloten forderte. Auf dieser Prüfung hatten wir wieder einmal das Pech, auf einen langsameren Konkurrenten aufzulaufen, und die Straße erlaubte es nicht diesen zu Überholen – ohne dabei in den Graben zu fahren. Auf dieser SP gab es daher nur den 34. Platz.

Nach einer Pause in Schladming , mit vielen hartgesottenen Fans wie z.B. Familie Radler, Familie Sassarak und vielen mehr als Zuschauer, ging es dann Richtung Ramsau, wo das Team Neverla/ Pech eine Sternstunde erlebte  Der erste Platz mit nur – bitte auf der Zunge zergehen lassen – 0,05 Sekunden = fünf Hundertstel Abweichung von der Idealzeit.

Weiter ging es dann nach Altenmarkt, wo ein Eisslalom von 800 Meter Länge auf dem Programm stand. Diesen Parcours mussten wir in einen vorgeschrieben Zeit absolvieren, um strafpunktefrei zu bleiben. Das Schwierige dabei war, dass der ganze Platz unter einer dicken Nebeldecke lag und die Sichtweite maximal zehn Meter war. Diese Prüfung ist uns halbwegs gelungen (0,52 Sekunden Abweichung von der Idealzeit). Nach Altenmarkt kam dann die Königsetappe mit einer 22 km langen Sonderprüfung mit sehr steilen Bergaufpassagen und sehr vielen Spitzkehren. (Eine Schei….aufgabe für die Fulvia bzw. Frontantriebsautos). Trotzdem lagen wir nur 4,44 sec neben der Idealzeit = 23. Platz. Damit Sie sehen, wie schwierig diese SP war, der hinter 24. hatte eine Abweichung von 6,57 Sekunden – der Beste hatte 0,00 Sekunden Abweichung!
Die letzte SP am diesem Tag war die Einfahrt nach Gröbming. wo wir eigentlich ein wenig gepatzt haben, denn mit einer Abweichung von 1,11 Sekunden von der vorgegebenen Zeit waren wir weit weg von unserem Können.

Als wir am Abend die Ergebnisliste bekamen, waren wir am 13. Platz gereiht, was eigentlich in Ordnung war. Der Vorsprung auf den vor uns platzierten Werner Fessl war zu groß, um ihm am nächsten Tag auf der Planaiprüfung noch einzuholen, und von hinten war auch keine Gefahr zu erwarten.

Planai Classic 2005: Auffahrt zur Mittelstation - gleichmäßig!!

Planai Classic 2005: Auffahrt zur Mittelstation – gleichmäßig!!

So fuhren wir am nächsten Tag locker und ohne Stress zur Planai–Mittelstation, wo die letzte Prüfung stattfinden sollte. Das Prozedere war gleich wie im Vorjahr – im ersten gibt man sich selbst eine Zeit vor, die man dann im zweiten Lauf auf 1/100 Sekunde genau bestätigen muss. Da wir locker waren, haben wir das nicht so ernst genommen und unsere Platzierung war nur der 25 Platz.

Anschließend fuhr der ganze Konvoi in Richtung Planaistadion, wo schon die Schilegenden auf uns warteten. Wir hatten diesmal mehr Glück als im Vorjahr und es  wurde uns der zweifache  Schiweltmeister Reinhard Tritscher zugelost. Bei der Automobilwertung sind wir dreizehnte geworden und in der Planai-Gesamtwertung konnten wir dank der guten Leistung von Reinhard Tritscher den neunten Platz erreichen.

Planai Classic 2005: Helmut Neverla - Reinhard Tritscher - Peter Pech

Planai Classic 2005: Helmut Neverla – Reinhard Tritscher – Peter Pech

Resümee: Fast alle Autos, die vor uns platziert waren, haben den Antrieb vom Twin- oder Tripmaster von einem nichtangetriebenen Rad – das heißt, es gibt kein Durchdrehen und somit keinen Schlupf mehr und dadurch kann man auch auf Eis und Schnee noch genauer fahren.

Ich hatte bei der Planai-Classic 2005 sehr viel Spaß und die persönliche Herausforderung war so groß, dass das Ergebnis eigentlich sekundär ist, und ob ich meine Fulvia umrüsten werde, bezweifle ich.
Das war ein kurzer Bericht von der heurigen Planai und Fotos kann man schon auf meiner Homepage bewundern ( www.auto.neverla.at).

Mit sportlichen Gruß aus dem Caströlsumpf von der Planai Classic 2005
Helmut J. Neverla / 2.2005

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