Der Mythos lebt… – Die Alpenfahrt Classic Rallye

Der Mythos lebt… – Die Alpenfahrt Classic Rallye

23 Okt, 2003

 

Bericht von der 2. Alpenfahrt Classic Rallye in Kärnten 17. – 20. September 2003

Letztes Jahr habe ich mit großer Begeisterung von der 1. Alpenfahrt Classic Rallye berichtet und mit dem Satz „Dieser Erfolg (von Neverla/Marquart auf Fulvia 1,6 HF) war jedoch nur das Sahnehäubchen auf dem Erlebnis, an einer ausgezeichneten Veranstaltung teilgenommen zu haben, die nun alle Chancen hat, den Mythos Österreichische Alpenfahrt wirklich wieder aufleben zu lassen.“ die Hoffnung ausgesprochen, dass dies der Beginn einer neuen Tradition werden wird.

Alpenfahrt Classic Rallye 2003 - Das Castrol-Team

Alpenfahrt Classic Rallye 2003 – Das Castrol-Team

2003 kann ich nun berichten, dass diese Hoffnung voll erfüllt wurde, der Mythos lebt und die Tradition erfolgreich weitergeführt wurde. Es trafen alle Voraussetzungen zusammen, die den Erfolg ausmachten:

– Die Sponsoren blieben dem Veranstalter treu, neue konnten dazugewonnen werden
– Das Organisationsteam blieb unverändert, nahezu alle Anregungen aus dem Vorjahr wurden umgesetzt, die sportlichen Anforderungen wurden deutlich erhöht
– Bad Kleinkirchheim und die Gemeinden an der Strecke arbeiteten mit Freude und großem Einsatz mit
– Das Starterfeld umfasste um fast 40% mehr Teilnehmer
– Es gab ein ungetrübtes Kaiserwetter an allen Tagen der Veranstaltung.

Das klingt nach bestelltem Loblied, ist es jedoch nicht. Es gab auch einige Kritikpunkte, die jedoch nicht Konzeption, Durchführung und handelnde Personen betrafen, sondern Details, die 2004 entsprechend verbessert werden sollten. Noch sind die unterschiedlichen Interessen von Veranstalter, Teilnehmern, Sponsoren und besuchten Gemeinden unter einen Hut zu bringen – bei weiter steigender Teilnehmerzahl und nicht eindeutiger Ausrichtung (Sport / Touristik / Anknüpfung an die Tradition der Alpenfahrt / Berücksichtigung aller Sponsoren) könnte die positive Tendenz abgeschwächt werden.

Alpenfahrt Classic Rallye 2003 - Großglockner

Alpenfahrt Classic Rallye 2003 – Großglockner

Nach dieser eher nachdenklichen Einleitung zu den Herausforderungen und dem Ablauf der Veranstaltung, die über fast 3 Tage im schönen Kärnten, Italien (unwetterbedingt nur eingeschränkt) und Slowenien 115 Teams und Organisatoren in Trab hielt. Das Teilnehmerfeld war ähnlich bunt gemischt wie 2002, die österreichische Spitze war fast vollständig am Start, profilierte Teilnehmer aus Deutschland, wenige Prominente als „Aufputz“ – das Fahrzeugmaterial erschien mir eher schwächer (z.B. keine Renault Alpine, weniger typische Rallyefahrzeuge).

  • – Mittwoch Nachmittag: Administrative und technische Abnahme 1 sowie am Abend Begrüßung auf der Kaiserburg oberhalb von Bad Kleinkirchheim
  • – Donnerstag: Administrative und technische Abnahme 2, Fahrerbesprechung und ab 16:01 Uhr Prolog über 142 km. Acht Sonderprüfungen (Turrach, Katschberg, Gmünd und Ziel in BKK) mit Lichtschranken- und Schnitt- sowie Schnittwechselmessungen mussten absolviert werden. Um 22:00 Uhr lagen bereits die Ergebnisse vor, mit Freude oder Staunen konnten die erreichte Position und Abweichungen analysiert werden.
  • – Freitag – Tauernrunde ab 8:01 Uhr: 488 km mit neun Sonderprüfungen (Nockalm, Lieserhofen, Apriach, Glockner, Lienz, Weißbriach und Ziel in BKK) führten durch die herrliche Bergwelt (zwischen staunenden Touristen und leicht irritierten „Eingeborenen“) mit den Höhepunkten Predil (Prosciutto + Käse + Wein am Predilsee in Italien) und Vrsic-Paß bei Kranska Gora (1966 Sonderprüfung bei der Alpenfahrt mit ca. 80 Kehren mit Katzenkopfpflaster). Wieder Ergebnisaushang gegen 22:00 Uhr, einiges Rätselraten ob der Abweichungen und möglicherweise „irregulärer“ Verhältnisse bei einigen SPs.
  • – Samstag – Seenrunde ab 7:01 Uhr: 340 km mit sieben Sonderprüfungen (Glanz, Zell/Pfarre, Gunzenberg, Klagenfurt, Gnesau, „Le Mans-Start“ in Villach und Ziel in BKK) zeigten das Starterfeld den interessierten Kärntnern in vielen Städten – viel Publikum und Begeisterung, aber leicht ermündend für die Teilnehmer. Ab 19:30 Uhr in einem riesigen Zelt bei der Kaiserburgbahn Abschlussdiner, Preisverteilung und Unterhaltungsprogramm bis zum Feuerwerk um 00:30 Uhr.
Alpenfahrt Classic Rallye 2003 - Volksauflauf bei den Zeitkontrollen

Alpenfahrt Classic Rallye 2003 – Volksauflauf bei den Zeitkontrollen

115 Teilnehmer heißt auch mehr Konkurrenten, Fehler fielen daher mehr ins Gewicht – ein oder zwei Patzer und „man“ fand sich irgendwo am unteren Ende der Ergebnisliste wieder. Die Dichte des Feldes war beeindruckend, nach dem Prolog lagen die ersten 20 Teams innerhalb von 3 Sekunden Abweichung. Das Endergebnis zeigte mit Dr. Brandstetter/Mag. Artacker auf Mercedes 300 SL mit 12,59 Sekunden Abweichung zwei bekannte Gesichter als Sieger, die Abstände zu den Nächstplatzierten waren 4,21 – 2,42 – 1,15 – 1,18 Sekunden!

Nun zu unserem „Schicksal“. Ich durfte auch heuer wieder mit Helmut Neverla in seiner 1,6HF in der Klasse bis Baujahr 1969 mitfahren, Castrol unterstützte zwei Teams: Team 1 mit Neverla/Marquart, Fessl/Kletzer (Fiat Abarth 124 Rally), Weidenauer/Winterleitner (Mercedes 220S), Landrichter/Weilharter (Volvo 121). Team 2: Pabeschitz/Pech (1600 HF), Pfaff/Pfaff (Lancia Flaminia Sport), Hammerschmied/Koessler-Hammerschmied (Morgan). Nach den Erfolgen des letzten Jahres hofften wir auch 2003 auf ähnlich gute Ergebnisse, doch alle Teammitglieder „patzten“ an einem der drei Tage so kräftig, so dass wir etwas unter unserem Wert geschlagen wurden. Die Sekunden sind schnell verloren, Aufholen ist kaum noch möglich – so erlebten wir alle unsere Höhen und Tiefen. Pabeschitz/Pech lagen nach dem Prolog am 2. Gesamtrang, fuhren am zweiten Fahrtag in Weißbriach hinter einem LKW nach und fassten das Punktemaximum aus. Landrichter/Weilharter verstanden sich bei der 1. SP Turrach miss – 10 sec für 300 m waren dann deutlich zu knapp. Neverla/Marquart fanden das Ziel der SP Glockner 1 nicht (es lag hinter dem überholten Bus) usw.

Alpenfahrt Classic Rallye 2003 - Helmut Neverlas Fulvia 1,6 HF

Alpenfahrt Classic Rallye 2003 – Helmut Neverlas Fulvia 1,6 HF

Es reichte nicht für einen Platz auf einem Stockerl, das Castrol-Team 1 erreichte den 6. Platz der Teamwertung und Pabeschitz/Pech erhielten den Pokal SP Katschberg, sonst gab’s nur „Blech“ (z.B. für Neverla/Marquart 16. Platz gesamt, 4. in der Klasse, 4. in der Championswertung; Pabeschitz/Pech 26. Platz gesamt, 9. in der Klasse), wobei die Differenzen zu den Konkurrenten teilweise erfreulich gering waren. Wir wissen, „wie es geht“, doch die anderen wissen es auch und machten weniger Fehler.

Bleibt zum Abschluss die Wiederholung der Feststellung vom Beginn des Berichtes: Der Mythos lebt, die Tradition ist fortgesetzt – es war eine sehr schöne Veranstaltung in traumhafter Umgebung, einmaligem Wetter und interessanten sportlichen Herausforderungen. Die Veranstalter waren mit der Reaktion der Teilnehmer berechtigterweise zufrieden und sind voll der Pläne fürs nächste Jahr – wir freuen uns auf die Fortsetzung im Jahr 2004.

E. Marquart/10.2003

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