Lückenlose Geschichte – und Auferstehung! – Eine Lancia Aprilia

Die berühmte „Scheune“ nebenan – und die Geschichte der Lancia Aprilia kennt man auch …

Lancia Aprilia: Was für eine Schönheit!

Lancia Aprilia: Was für eine Schönheit!

Man sollte sich hüten, allzu blumige Worte zu verwenden, wenn man „überraschende“, weil unerwartete Informationen über Fahrzeuge erhält, die sich „für normal“ in den Händen von Sammlern und professionellen Werkstätten befinden. Aber, wir sind wirklich stolz, dass die folgende Geschichte an lancianews weitergereicht wurde. Wir zitieren aus dem E-Mail-Verkehr:

Nachricht vom 14. September 2007 mit vielen Fotos:

Liebe Lanciafreunde!
Meine Aprilia ist im Fertigwerden. Habe jedoch ein paar Rückschläge hinnehmen müssen. Beim Einbau der Benzinuhr sind wir draufgekommen, dass der Tank, trotz Reinigen und Verzinken vor drei Jahren, wieder innen rostig geworden ist, da er nicht fachgerecht repariert wurde. Wir mussten ihn neuerlich aufschneiden, um ihn neu beschichten zu können. Auch mein Tapezierer ist gerade am Arbeiten, sodass wir jetzt wirklich hoffen fertig zu werden. Das mit den Gummidichtungen ist so eine Sache, wir sind ebenfalls dabei alles so gut wie möglich abzudichten. Die Elektrik ist nur mehr fachgerecht zu verlegen.

Lancia Aprilia: Bitte keine unpassenden Kommentare - das Interieur wird geschont!

Lancia Aprilia: Bitte keine unpassenden Kommentare – das Interieur wird geschont!

Auf Nachfrage von lancianews, etwas zur Geschichte dieser Aprilia zu ergänzen, kam am 19. September 2007 folgender Bericht:

Die Aprilia wurde von einem Obsthändler namens Zenger Johann im Jahre 1937 oder 1938 gekauft. Herr Zenger war der Schwager meines Großvaters, welcher, wie mein Vater meint, rund 300.000 km mit diesem Fahrzeug in den Jahren 1938 bis 1952 von Wildon nach Wien gefahren ist, da er geschäftlich mehrere Male in der Woche in Wien zu tun gehabt hatte.

Am 26.11.1952 (laut Kaufvertrag) hat mein Großvater die Aprilia von seinem Schwager um ATS 35.000,– käuflich erworben. Dieses Fahrzeug wurde jedoch nie méhr angemeldet, da mit einer blauen Nummertafel (Werkstättenkennzeichen) gefahren wurde. Mein Großvater hat nur mehr kleinere Ausfahrten gemacht, war jedoch sehr glücklich mit diesem Fahrzeug, da es keinerlei Reparaturen gab.

Auch mein Vater ist in den Jahren 1968 noch rund 5.000 km problemlos gefahren, da er kein anderes Auto zur Verfügung hatte. Zwischen 1968 bis 1981 ist das Fahrzeug in einem Schuppen gestanden, wo es zwar mit einer Plane zugedeckt war, jedoch es immer hineinregnete. Die Bodenplatte war komplett durchgerostet. Auch sonst hat überall der Rost genagt.

Ab 1981 ist dieses wunderbare Exemplar zu uns nach Graz St. Peter gekommen, wo es danach nach Hausmannstätten in einem trockenen Schuppen eingemottet wurde. Das Fahrzeug wurde zwar abgeschleppt, mein Vater hatte es jedoch angestartet, sodass das Seil nur eine Alibihandlung war. Problemlos ist es noch in den Schuppen gefahren, ´die Wasserpumpe war jedoch komplett verlegt, sodass keine Kühlung funktionierte.

Mehrere Anfragen bezüglich eines Verkaufs hat es auch gegeben. Angebote von 20.000 bis 40.000 Schilling waren dabei, jedoch habe ich mich im Jahre 2000 entschlossen dieses wunderschöne Fahrzeug herzurichten, da dieses ja seit 1952 im unmittelbaren Familenbestiz ist. Heute bin ich sehr stolz, dass dieses Fahrzeug bald fahrbereit sein wird, hat mir jedoch in den letzten sieben Jahren einige Nerven gekostet und natürlich, wie wir alle wissen, ist dieses Hobby nicht gerade billig.

Lancia Aprilia: Hier blitzt nicht nur das Blitzlicht!

Lancia Aprilia: Hier blitzt nicht nur das Blitzlicht!

Der stolze Aprilia-Eigentümer dürfte aber mit der Restaurierung nicht wirklich ausgelastet sein, denn in seiner E-Mail erwähnt er noch eine weitere „bunte“ Aufgabe:

Anbei möchte ich Euch ein paar Fotos von unserer „Feier“ schicken. Darauf zu sehen sind die Belgische FN 500 Baujahr 1923, welche noch fährt, mit meinem Vater. Sowie Puch 220, Puch 250 und Moped Prototyp HMW 1953. Eine Rennmaschine meines Großvater aus den 30iger Jahren, welche jedoch nicht mehr fahrbereit ist.

Ein paar Mopeds hätten wir auch!

Ein paar Mopeds hätten wir auch!

19.09.2007 / E. Marquart (als ghostwriter)

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