Fulvia im Schnee – Teil 1

Fulvia im Schnee – Teil 1

2 Mrz, 2015

Rallye10Erster Teil der Erinnerung, dass Fulvias immer flotte und brauchbare Winterautos waren, nicht nur mit Sandro Munari am Steuer. Die temporäre Vorherrschaft der Frontantriebsfahrzeuge bei Winterrallyes begann zu Beginn der 1960er-Jahre …

Bei der Aufbereitung des Berichtes von Peter Pech über die XVIII. Rallye Monte Carlo Historique habe ich „natürlich“ auch nach den Fulvias Ausschau gehalten.

Test für die Rallye Monte Carlo 1967: Cesare Fiori mit Ove Andersson und John Davenport

Test für die Rallye Monte Carlo 1967: Cesare Fiori mit Ove Andersson und John Davenport

2014 hatte Kurt Schimitzek mit seiner Lancia Fulvia 1,3 S zu Beginn der Rallye geführt und schließlich (nach kurzem Ausritt) den ausgezeichneten 14. Platz erzielt. Nicht zuletzt seit Sandro Munaris Sieg 1972 mit der 1,6 HF gilt die Fulvia als ausgezeichnetes Winterauto, doch auch schon vor 1972 erzielte die HF Squadra Corse Lancia bemerkenswerte Ergebnisse bei Winterveranstaltungen. Aber nach 1972 ging die Ära der frontgetriebenen Rallyeautos relativ schnell zu Ende – die gestiegenen Motorleistungen ließen sich mit Frontantrieb nur noch schwer auf den Boden bringen – zuerst Heckmotoren (Porsche 911 und Renault Alpine A110) und dann die Mittelmotor-Fahrzeuge wie Stratos und später 037 beherrschten die Szene. Von den „Vierradlern“ soll hier nicht mehr die Rede sein.

 

Rallye Monte Carlo 1962: Piero Frescobaldi Flavia Berlina - Platz 9

Rallye Monte Carlo 1962: Piero Frescobaldi Flavia Berlina – Platz 9

Welche Veranstaltungen kann man als Winter-Rallyes bezeichnen?

Von Termin und Konzeption sicher die Rallye Monte Carlo Ende Jänner und die Schweden Rallye Mitte Februar (erst 1965 vom Juni in den Februar verlegt). Wetter abhängig konnte man die Rallye dei Fiori, später San Remo genannt und die nur kurze Zeit veranstaltete Rallye Sestriere hier einordnen. Schnee gab’s in Frankreich im Februar/März beim Critérium Neige et Glace und der Rallye Routes du Nord, die Start der Trautmanns auf Lancias haben wir bei lancianews schon im Herbst 2014 beschrieben. Bleibt die RAC Rally im November in den britischen Wäldern, die man viele Jahre wetterabhängig zumindest teilweise als Winterrallye bezeichnen kann – strafverschärft durch das Verbot von Spikereifen.

Rallye Monte Carlo 1965: Giorgio Pianta Flavia Sport - ausgeschieden

Rallye Monte Carlo 1965: Giorgio Pianta Flavia Sport – ausgeschieden

 

Die Darstellung der Einsätze der Fulvia im Schnee erfolgt chronologisch in zwei Teilen – nach Veranstaltung und Jahreszeit. Meine beiden Berichte beschreiben kurz die Bemühungen von Lancia mit Flavia und Fulvia auch in Winterbewerben zu reüssieren und die Starts der Epigonen im Gleichmäßigkeitssport viele Jahrzehnte später. Es sind kleine Bilderbögen, denn die Details sind bereits mehrmals erzählt worden und in der einschlägigen Literatur zu finden.

Rallye Monte Carlo 1966: Sandro Munari auf Flavia Coupé - Platz 33

Rallye Monte Carlo 1966: Sandro Munari auf Flavia Coupé – Platz 33

 

 

 

 

 

 

1. Rallye Monte Carlo

Die Lancia Fulvia war das letzte frontgetriebene Siegesfahrzeug bei der Rallye Monte Carlo, die Ära der Fronttriebler hatte 1961 mit Martin/Bateau auf Panhard PL17 begonnen, Eric Carlsson auf Saab und danach drei (eigentlich vier) Mal die Minis, Citroen D21 (statt Mini) folgten bis 1968, als die Porsche 911 drei Mal den Sieger stellten. Dann kamen zwei Siege von Renault Alpine, es hätten drei sein können, wenn nicht Munari 1972 die zerbrechenden Alpine beerbt hätte.

1966 - Leo Cella/Luciano Lombardini - Lancia Fulvia Coupé Gr. 1 - Platz 5

1966 – Leo Cella/Luciano Lombardini – Lancia Fulvia Coupé Gr. 1 – Platz 5

 

 

 

 

 

 

 

Hier noch kurz die Vorgeschichte zu den Fulvia-Einsätzen – die Flavias von 1962 (Frescobaldi mit der Berlina auf Platz 9) bis 1966:

Rallye_1

1966 - Leo Cella/Luciano Lombardini - Fulvia Coupé Gr. 1 - Platz 5

1966 – Leo Cella/Luciano Lombardini – Fulvia Coupé Gr. 1 – Platz 5

Nach der Homologierung des Lancia Fulvia Coupés 1966 starteten zwei Gruppe 1-Fahrzeuge bei der 35. Rallye Monte Carlo. Nach den Querelen mit den vier erstplatzierten englischen Fahrzeugen wegen „unerlaubter“ Scheinwerfer, wurden zwei Flavias zweite und dritte, die Fulvias fünfte und achte.

1967: Ove Andersson/John Davenport - Platz 2 hinter Aaltonen auf Mini

1967: Ove Andersson/John Davenport – Platz 2 hinter Aaltonen auf Mini

Rallye3

1968: Pat Moss-Carlsson/Elizabeth Nyström - Platz 14, Coupe des Dames

1968: Pat Moss-Carlsson/Elizabeth Nyström – Platz 14, Coupe des Dames

Rallye4

1969: Rallye Mediterraneè: Munari/Barbasio - ausgeschieden

1969: Rallye Mediterraneè: Munari/Barbasio – ausgeschieden

Fulvia

1970: Lampinen/Davenport – Platz 48 (nach Defekt)

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1971: Ballestrieri/Bernacchini - ausgeschieden

1971: Ballestrieri/Bernacchini – ausgeschieden

Rallye8

1972: Barbasio/Sodano - 6. Platz

1972: Barbasio/Sodano – 6. Platz

Rallye9

1973: Källström/Billstam - Platz 8

1973: Källström/Billstam – Platz 8

Rallye101974 wurde wegen der ersten Energiekrise die Rallye Monte Carlo abgesagt, danach gab’s den Stratos, die Lancia Fulvia war Geschichte.

2. Svenska Rallyt

1967: Leo Cella/John Davenport Fulvia HF - ausgeschieden

1967: Leo Cella/John Davenport Fulvia HF – ausgeschieden

Reisen wir mit der der HF Squadra Corse nach Schweden. 1966 waren nur Leo Cella und Luciano Lombardini mit einem Flavia Coupé am Start und schieden aus. Von 1967 bis 1973 startete Lancia mit reduziertem Einsatz, je nach Erfolgsaussicht für die internationalen Meisterschaften.

Rallye11

Harry Källström war Fixstarter in seiner Heimat, temporär unterstützt von Munari, Lampinen und als Gast Ove Andersson 1973. Schweden 1973 war auch der letzte Start von Harry für Lancia, nach fünf Jahren verließ er die Squadra Marlboro Lancia.

1973: Gastfahrer Ove Andersson - ausgeschieden

1973: Gastfahrer Ove Andersson – ausgeschieden

Hier schließen wir den ersten Teil unseres Berichtes der Fulvia im Schnee, der zweite Teil erzählt von Veranstaltungen, wo der Schnee nicht die Regel, aber oft „Strafverschärfung“ war.

E. Marquart / 3.2015

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