Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“

22 Sep, 2019

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Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“ – „Bitte volltanken …“

„Tanken war früher ein repräsentativer Akt. Man hat sich schön angezogen und hat das zelebriert. Ich vermute, dass das der Grund war, warum die ersten Tankstellen an berühmten Orten wie dem Schwarzenbergplatz oder vis-a-vis vom Schloss Schönbrunn positioniert worden sind.“ – Zitat von der ORF Wien Homepage.

Drei Lancia Beta Coupés Serie 1; 1300, 1600 und 1800 trafen sich zum Maria Himmelfahrtstag in der dem Abbruch trotzenden Apollo Garage im 7. Wiener Bezirk, um für lancianews und deren Leser ein paar schöne Bilder zu machen. Die drei Eigentümer, Herr Dr. Thomas Herbsthofer, Herr Andreas Hadinger und meine Wenigkeit nutzten die Gelegenheit mit dem in Wien lebenden Künstler und Fotografen Nicolas Yasmin, mit Modedesignkollegin aus Paris Marina sowie Top Model u.a. Grid Girl von Lewis Hamilton oder Moto2, Franziska Huber, diese drei wunderschönen, in dieser Form sehr seltene Konstellation an Betas, in Szene zu setzen.

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“ – Einfahrt zur Tankstelle des Glücks, die 3 Protagonisten vor dem Bürobereich

 

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“ – Der Außenbereich im Obergeschoß der Apollo in der Apollogasse 18, Wien 7

Als Kenner und lancianews-Leser darf man raten, bei welchem dieser drei Modelle es sich um welche dazugehörige Motorvariante handelt.

Sonnenschein, ausgezeichnete Stimmung, nicht anders zu erwarten bei diesem Anblick, und eine fast leere Apollo Garage machten die Aufnahmen zu einem Genuss.

Die drei Modelle legten den Grundstein für die äußerst erfolgreiche Beta Produktion. Ich möchte hier keine technischen, geschichtlichen oder sportlichen Details aufzählen, lancianews berichtete bereits ausführlich darüber, sondern schöne Aufnahmen zum Genießen zeigen.

Zur Apollo Garage ein paar Informationen. Dem Nicht-Wiener bekannt vielleicht durch den Film auf „arte“ ausgestrahlt „Tankstellen des Glücks“ von Friedrich Liechtenstein mit dem Besitzer der Garage dem Original Kurt Weber, stolzer Porsche Fahrer, oder dem Lied „Ich könnt noch 1000 Liter tanken, wär noch immer nicht am Ziel, nur Du bist in meinen Gedanken …“, ein wahrer Genuss (Teil 7/10) an der Kathedrale des Automobilismus, im Gespräch mit Verkehrsplaner Hermann Knoflacher mit originellem Holzgestell sowie einer weiteren Garage mit „Champion“ Garagenbesitzer Alfred Windisch Graetz mit berühmter Drehscheibe und 64 Jahre alter Tankstelle.

Ein weiteres Highlight im Film, die Astoria Hochgarage für 400 Fahrzeuge, Empfang im Smoking.

https://www.arte.tv/de/videos/055907-007-A/tankstellen-des-gluecks-7-10/

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“ – Interieur im Originalzustand

 

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“- die „Zuckerseiten“ …

 

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“ – Sehr selten, die Tachoanzeigen der allerersten Modelle, hier beim 1600er

aus „Prisma.de“:

„Die Apollo-Garage im 7. Wiener Gemeindebezirk ist ein Paradies für den Tankstellenromantiker Friedrich Liechtenstein. Herr Weber herrscht seit Jahrzehnten über sein Reich, kennt jeden seiner Dauermieter persönlich und weigert sich standhaft, aus seiner kleinen Tankstelle einen Shop zu machen. In der Apollo-Garage trifft Liechtenstein auch den legendären Wiener DJ und Musikproduzenten Richard Dorfmeister. Mit ihm will er einen Song produzieren. Von der Apollo-Garage fährt Liechtenstein an den Stadtrand zu einer unscheinbaren Selbstbedienungstankstelle. Dort trifft er den Fotografen Stefan Oláh, der ein Fotobuch über Wiener Tankstellen veröffentlicht hat und Liechtensteins Tankstellenleidenschaft teilt. Doch auch in Wien ist die Tankstellenkultur bedroht: Immer mehr Tankstellen schließen, viele auch in der Innenstadt, wo aufgrund des wenigen verfügbaren Platzes das lukrative Shop-Geschäft zumeist wegfällt.“

 

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“ – Zum schönsten Coupe beim Beta Treffen 2019 im Trentino gekürt, ein Traum in Weiß.

ORF Interview mit Herrn Weber von der ORF-Homepage Wien heute: „Der 87-jährige Kurt Weber ist Besitzer der Apollo-Garage in Wien-Neubau, eine der letzten Wiener Hinterhof-Tankstellen. „Als Kind habe ich am Parkdeck mit Freunden gespielt. Übernommen habe ich die Garage im April 1945, da war hier Kampfzone“, berichtet Weber. Treibstoff war damals rar. Tankberechtigte, zum Beispiel Mediziner, benötigten eine Punktekarte wie bei Lebensmitteln. Das Hauptgeschäft macht der Fünf-Mann-Betrieb mittlerweile nicht mehr mit Tanken, sondern der Vermietung von 160 Parkplätzen. „Benzinverkauf allein ist fast ein Verlustgeschäft. Viele fahren hier rein zum Parken, lassen das Auto im Hof stehen und sagen: ‚Bis um elf Uhr komme ich wieder, tanken Sie mir es bitte voll bis dahin‘“, so Weber.

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“ – der zweite Traum in Weiß …

 

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“- Abfahrt vom Oberdeck, die Rampe mit original Beschilderung das „Salz in der Suppe“

 

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“ – Die Mode der Siebziger hatte einiges zu bieten …

 

Aus der ORF Wien Homepage:

„Aus Platzgründen hat die Stadt Wien in den 70er Jahren Tankstellen in Wohnhäuser hineingepfercht. Andere stehen wiederum an prominenten Orten, wie vor dem Schloss Schönbrunn oder am Schwarzenbergplatz.“ 

Aus „the Gap“: „Wiener Tankstellen sind ein unterschätztes Gut. Sie versorgen uns mit Mobilität, Bier um halbzwölf und feinstem Treibstoff. Sie bringen aber auch architektonische Reize in das asphaltene Grau der Großstadt.“ 26 Tankstellen des Glücks, die es hoffentlich noch lange geben wird.

Der Link: https://thegap.at/sechsundzwanzig-von-der-tanke/

 

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“

 

Der „Standard“: „Jammert dort nach langer Fahrt die Benzinanzeige, begegnet man einer Spezialität der Stadt schon bald nach der Ankunft: der Tankstelle. Die ist in Wien so eigen, dass ihr der Kunsthistoriker Sebastian Hackenschmidt und der Fotograf Stefan Oláh ein ganzes Buch und eine Ausstellung mit dem Titel Sechsundzwanzig Wiener Tankstellen widmen.

Weiters aus dem „Standard“:

„Die Tankstelle ist ein Ort des Stillstands auf dem Weg von A nach B. Das gilt auch für die Wiener Tankstelle. Ohne Tankstelle keine Ankunft in B. Oder wie es der amerikanische Künstler Ed Ruscha etwas pathetisch ausdrückt: „Die Tankstelle, abgesehen davon, dass sie ein architektonisches Wunder darstellt, ist die Mutterbrust zur Außenwelt.“ Die Spezies der Wiener Tankstelle versteckt sich gerne in Hinterhöfen. Sie pickt an Fassaden, drängelt sich in bauliche Lücken oder nistet sich gekachelt in den Erdgeschoßen von Wohnhäusern ein. Der klassische Freisteller, wie man ihn auf der Landstraße schon von weitem erkennt, ist in Wien Mangelware. Der Grund dafür liegt in einem anderen Mangel: jenem an Platz. Das weitgehende Fehlen von Sprit-Zapfstellen klassischer Prägung, allen voran in den Bezirken eins bis zehn, nahm Sebastian Hackenschmidt schon während seines Studiums 1995 als ein Charakteristikum des Wiener Stadtbilds wahr.“

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“

Die Daten und Tarife zur Apollogarage: http://www.parken.at/garage/85/apollo-garage

Als Wiener oder Wienbesucher kann man auch gerne „mal so“ vorbeikommen, um vollzutanken und die Stimmung, im Oberbereich mit der farbigen Glaskuppel und den originalen Schildern zu genießen.

Aus „Modellbauforum.de“:

Das Coolste war: In einem Bereich parkt man zweireihig … und wer in zweiter Reihe parkt, muss den Schüssel beim „Parkwart“ hinterlegen. Wenn der in erster Reihe Parkende rausfahren will, stellt der „Parkwart“ das davor, in zweiter Reihe stehende Auto zur Seite, der andere kann ausparken, und der „Parkwart“ stellt das Auto wieder auf den Parkplatz in erster Reihe … ungewohnt, aber scheint zu funktionieren.

Irgendwie schön, dass da die Zeit irgendwie noch etwas langsamer läuft … und auch so eine Garage irgendwie noch überleben kann.“

 

 

Lancia Beta Coupé 1300, 1600 und 1800 in der „Apollo“ – Achtung, bitte die Nachtruhe bewahren …

 

G. Wöss / 9.2019

2 Kommentare

  1. Martin Heinz /

    Servus Herr Wöss,
    Bist Du sicher, dass die 1300er eine Serie 1 ist?
    Gabs da überhaupt schon einen 1300er Lampredi-Motor?
    Zumal die weisse Beta eine 2000er Motorhaube besitzt.
    1300er kamen doch erst mit Auslaufen der Fulvia, quasi als Ersatz. Also mit Beginn der 2.Serie.
    Ich kann mich erinnern, dass die Beta in der Auslage beim Autosalon Stich ( damals noch in der Breitenfurter Strasse) gestanden ist und mit Baujahr 1973 angeboten wurde, was ganicht stimmen konnte, aber das konnte der Herr Stich überhaupt nicht verstehen.

    Naja, ist aber nur eine Kleinigkeit.
    Ansonsten schöne Fotographien!

    Liebe Grüße
    Martin Heinz

    • Ernst Marquart /

      Sehr geehrter Herr Heinz,

      Nach Rückfrage bei unseren Beta-Eigentümern und hoffentlich auch Wissenden darf ich auf Ihren Kommentar antworten:

      In der ersten Serie gab es keine Motorisierung 1.300, das ist richtig. Begonnen wurde mit 1.600- und 1.800-Motoren. Die Einstellung der Produktion des Fulvia Coupés Anfang Juni 1976 war die Grundlage für das Beta Coupé 1300. Dieses hatte von Anfang an bereits die neue Motorhaube mit durchgehendem Grill. Allerdings gab es ab Werk original 1979er Beta Coupé 1600 mit Frontgrill sowie Innenausstattung 1. Serie, Motorhaube aber korrekt 2. Serie. Es ist Beta-typisch, dass verbaut wurde, was das Lager hergab!

      Die Produktion der Beta Coupés startete Ende 1973 mit frühestmöglicher Auslieferung lediglich in Italien Ende Jänner 1974, Exportmärkte erst ab frühestens Ende 1974.

      I.A. E. Marquart

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