Ennstal Classic 2016

Ennstal Classic 2016

14 Aug, 2016

(Fast) alle Jahre wieder – der Ausflug (mit dem eigenen Oldtimer) zur Ennstal-Classic lohnt sich!

Wo muss der sportlich interessierte Oldtimer-Liebhaber hinfahren, um unbedingt weiter in der Szene „in“ zu sein? Lassen wir einmal den finanziellen Aspekt beiseite: zweimal nach Goodwood, einmal zur Mille Miglia, regional bedingt zum Eifel-Festival in Deutschland, zur Tour Auto in Frankreich und – natürlich zur Ennstal Classic inklusive Race Trophy in der Steiermark!

Helmut Göckler und der Motorsportjournalist Helmut Zwickl hoben vor bald 25 Jahren in der steirischen Bergwelt einen Oldtimerbewerb aus der Taufe, der sich durch gutes Konzept, geschicktes Marketing und Helmut Zwickls Beziehungen zur Motorsportwelt einen tollen Ruf aufbaute – „da muasst hin!“. Aus den beim ersten Mal 26 Fahrzeugen wurden es mehrmals 250, bis der Topf übervoll war und mit Diplomatie, Geschick und Vernunft die Grenze von 200 Autos bis Baujahr 1972 fixiert wurde.

Ennstal Classic 2016 - die Freitagsrunde

Ennstal Classic 2016 – die Freitagsrunde

Und bald wollten alle, die ein schönes altes Auto herzeigen wollten, nach Gröbming kommen. Die szeneninterne Hierarchie nach Baujahr (je älter des besser), nach geringer Anzahl der gebauten Fahrzeuge, nach motorsportlicher Vergangenheit und werbewirksamer Prominenz wollte berücksichtigt werden. Zusätzlich setzten die beiden Organisatoren auf ein Wettbewerbsnivau, das zwar eine Zweiklassengesellschaft schuf, aber gleichzeitig die szenenübliche Elektroniktrickserei kategorisch unterband. Damit wurde sportlicher Anreiz für (fast) alle geschaffen: angemessene Bewegung der Pretiosen in der steirischen Bergwelt mit gleichzeitigem hohen sportlichen Anspruch, dem nicht jeder folgen konnte oder musste. 2016 waren man mit 2.400,- € Nenngeld für die Dreitagesveranstaltung und dem „passenden“ Auto mit dabei, die Nächtigungskosten exklusive.

Ennstal Classic 2016 - Aprilia 1937

Ennstal Classic 2016 – Aprilia 1937

Nun „muss“ ja nicht jeder Oldtimereigentümer unbedingt bei der „Ennstal“ starten, vielen – wie z.B. mir – reicht das Zuschauen an einem oder mehreren Orten, die Wettbewerbsluft zu schnuppern, mit Freunden und Bekannten zu plaudern, die Teilnehmer mit unpassenden Fragen zu quälen und Fahrzeuge der eigenen Marke zu bewundern. Oder sich die oft gestellte Frage „Ist Geld schon abgeschafft?“ nicht zu beantworten.

Ennstal Classic 2016 - Aurelia B20 GT Nardi

Ennstal Classic 2016 – Aurelia B20 GT Nardi

2016 begleiteten mich Freund Helmut Neverla, wie schon 2015, sowie Markus Trah mit einem sehr schönen originalen Fulvia Coupé 1,2 zur Zeitkontrolle in Lunz am See im südlichen Niederösterreich. Ein aufgeputzter Ort mit ordentlichen Parkplätzen, Raum für die Teilnehmerfahrzeuge vor der ZK sowie gastronomischer Infrastruktur in typischer Ennstal-Classic-Manier boten den richtigen Rahmen für gepflegtes Oldtimerschauen. Helmut Neverla sah den Trubel, den er als fünfmaliger Teilnehmer gut kennt – siehe die Berichte in der Rubrik Drivers Journal – mit etwas anderen Augen als Markus Trah und ich.

Ennstal Classic 2016 - Aurelia B20 GT da Corsa

Ennstal Classic 2016 – Aurelia B20 GT da Corsa

 

Wie bei den bisher 14 (!) Besuchen schaute ich auch 2016 wieder vor allem nach den teilnehmenden Lancias, das waren nicht sehr viele, aber bekannte Fahrzeuge mit erfahrenen Piloten

  • Georg Geyer/Thomas Frik – Aprilia Bj. 1937 (Gaisberg- und Mille Miglia-erprobt)
  • Dieter Künzer/Alexander Moderc – Aurelia B20 GT Nardi Bj. 1954 (Ennstal-erprobt)
  • Stephan Jöbstl/Michael Messchaert – Aurelia B20 GT Bj. 1954
  • Dr. Albert Kröpfl/Gerhard Hierzer – Aurelia B20 GT da Corsa Bj. 1958 (Gaisberg-erprobt)
  • Gerhard und Evelyn Mischka – Fulvia 1600 HF Bj. 1971 (vielfach Ennstal-erprobt).

 

Ennstal Classic 2016 - die Aprilia wohlgerüstet

Ennstal Classic 2016 – die Aprilia wohlgerüstet

Leichter Volksfestcharakter, aber viel Zeit und Platz zum Betrachten der Fahrzeuge und ihrer Ausstattungen für die Aufgabenstellungen: DINA4-Roadbook des Veranstalters, jede Menge analoger Uhren und Wegzählgeräte auf dem Armaturenbrett montiert, Schnitttabellen sowie „Spickzettel“ für die Abzweigungen innerhalb der Sonderprüfungen = vollgeräumtes Cockpit, vor allem bei den offenen Fahrzeugen und „kleinen“ Coupés. Aber das Ganze ist ja ein Vergnügen, auf das man sich akribisch vorbereitet. Aber auch originale, nicht verunstaltete Cockpits konnte man bewundern. Suum cuique.

Ennstal Classic 2016 - unverbastelte Aureliia B20 GT

Ennstal Classic 2016 – unverbastelte Aureliia B20 GT

Kann ich als eingeschränkt Zurechnungsfähiger eine Empfehlung für den Besuch bei der Ennstal Classic abgeben? Ja, suchen Sie aus dem Streckenplan einen für Sie interessanten Punkt aus – Zeitkontrollen in kleineren Orten oder den Flugplatz in Niederöblarn – und schlendern Sie zwischen den Fahrzeugen, ein dickes, nicht ganz billiges Programmheft hilft bei der Identifikation, die Prominenz wie heuer Mark Webber, Hans-Joachim Stuck, Peter Kraus, Rauno Aaltonen, Justizminister Dr. Brandstetter usw. werden Ihnen freundlich Autogramme ins Programm schreiben. Höhepunkt und an Gedränge kaum zu überbieten ist die Abschlussprüfung in Gröbming, wo es auf 1,5 km ganze fünf Messstellen zeitrichtig auf die 1/100-Sekunden anzufahren gilt, mit großen Videowänden und Live-Kommentar.

Ennstal Classic 2016 - 1600 HF, immer ganz knapp am großen Erfolg vorbei

Ennstal Classic 2016 – 1600 HF, immer ganz knapp am großen Erfolg vorbei

 

 

 

 

 

 

 

Detailinformation und Übersichten finden Sie unter: www.ennstal-classic.at

Ennstal Classic 2016 - warum nur, warum muss .. (Udo Jürgens)

Ennstal Classic 2016 – warum nur, warum muss .. (Udo Jürgens)

 

E. Marquart / 8.2016

Nachsatz: Es gab aber auch schöne Lancia unter den Zuschauern …

Ennstal Classic 2016 - ZK Lunz

Ennstal Classic 2016 – ZK Lunz

2 Kommentare

  1. Sebastien Simon /

    Kann mir leider den Kommentar nicht verkneifen:
    Eine unverbastelte Aurelia sieht anders aus!
    Nachgerüstetes Lenkrad, nicht original…
    Einzelsitze, mit seltsamer Sattlerarbeit…
    Wahrscheinlich deshalb Spezialausführung „Nardi!“

    • Ernst Marquart /

      Sehr geehrter Herr Simon,
      natürlich haben Sie recht, aber … Endlich ein Fahrzeug ohne 1001 Uhren, Wegzählgeräte, Spickzettel usw.
      Leider bin ich nicht Aurelia-Spezialist, so fallen mir auch nicht „unsachgemäße“ Einbauten auf. Ich denke, besser so geringfügig modifizierte Aurelias im Scheinwerferlicht der Ennstal-Classic als keine. Über „modifizierte“ Fulvias habe ich schon 2009 mit ironischer Distanz berichtet, dort kenne ich mich ein wenig aus.
      Danke für Ihren Kommentar aus der schönen Schweiz.
      E. Marquart

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