Coole Fulvia 1,3 HF

Coole Fulvia 1,3 HF

15 Mai, 2016

 

Bitte etwas mehr Aufmerksamkeit für den Wasserkühler – dann erspart man sich Sorgen unterwegs …

 

Wir haben in der Rubrik „Technik“ im Juni 2010 von der Revision des Kühlers einer Flavia Sport berichtet. Überhitzung war bei der Flavia Sport eine bekannte Sorge, daher die vorbeugende Maßnahme sinnvoll.

Ich berichte diesmal von den Kühlwassertemperatursorgen meiner Fulvia auf dem Weg von Wien nach Volpago del Montello im April 2014. Dafür muss ich etwas weiter ausholen, denn ganz so „serienmäßig“ ist meine Fulvia nach diversen „Verbesserungen“ meiner Vorbesitzer nicht mehr – siehe Bericht über die Restaurierung der Sitze im Herbst 2014.

Einer der Vorbesitzer – welcher es war, weiß ich nicht – hatte eine Reihe von Änderungen im mechanisch/elektrischen Bereich vorgenommen, welche der Gebrauchstüchtigkeit im täglichen Betrieb dienen sollten und auch dienen. Es begann mit einer Wechselstrom-Lichtmaschine und umfasste auch einen S2-Kühler mit elektrischem Gebläse. Dies erschien mir sinnvoll, denn bei der Motorüberholung beließ ich diese Form der Kühlung, ergänzte sie mit einem Schalter zur manuellen Zuschaltung des Gebläses bei Bedarf. So weit so gut. Über 20 Jahre positive Erfahrungen, keine Temperatursorgen im Stau oder auf steilen Bergauffahrten. Fulvia-Freunde haben mit ihren serienmäßigen S1 mechanischen Zweiflügel-Ventilatoren zwar keine Sorgen, aber ich baute trotzdem nicht „zurück“.

 

Thermostat - ausgebaut und geprüft. Ist in Ordnung.

Thermostat – ausgebaut und geprüft. Ist in Ordnung.

Bei der Reise nach Italien stieg unerwartet auf der Autobahn die Kühlwassertemperatur weit über den Normalstand an, Zuschalten des Gebläses brachte keine Änderung. Stehenbleiben, Kontrolle des Kühlwasserstandes und der Gebläsefunktion – alles in Ordnung, zur Beruhigung etwas Wasser nachgefüllt, und weitergefahren. Nach ca. 80 km begann das Spielchen von vorne, diesmal konsultierte ich nach Telefonat mit Freund Helmut Neverla – „wahrscheinlich spinnt der Thermostat – ausbauen!“ – den ÖAMTC. Der Mechaniker konnte jedoch mangels passenden Werkzeuges (41er-Schlüssel = Lastwagenformat) den Thermostat nicht ausbauen: „Machen’s halt öfter eine Kaffeepause zum Abkühlen“. Gesagt, getan – nach Volpago und zurück nach Wien besuchte ich diverse Cafés, kam aber trotz Bauchwehs gut nach Wien zurück. (Auch den Uralt-Trick mit dem Zuschalten der Heizung + Gebläse verwendete ich natürlich, was in Italien eine angenehme Innentemperatur ergab.)

 

Der Fulvia-Kühler

Das corpus delicti - 20 Jahre "ignoriert"

Das corpus delicti – 20 Jahre „ignoriert“

Zu Hause wurde die Aufgabe systematisch angegangen: Tausch des Thermostaten – Achtung Unterschied zwischen S1 und S2-Schlauchdurchmesser! – keine Änderung des Verhaltens. Nächster Schritt: Ausbau und Kontrolle des Kühlers. Dieser und die Heizung ließen eher dickflüssige rotbraune Suppen ab! Bei der ersten Sichtung konnte man im obersten Teil des Kühlers stark verlegte Öffnungen sehen – also neues Kühlernetz. Erfahrung ist fast alles. Helmut Neverla nannte mir die Firma Andreas Willinger in Wien 10., – www.kuehler-willinger.at – die den Fulvia-Kühler professionell (neues „Hochleistungsnetz“) und schnell überholte.

Die Wasserpumpe - zerlegt

Die Wasserpumpe – zerlegt

 

Mit Hochleistungsnetz zurück von Firma Willinger

Mit Hochleistungsnetz zurück von Firma Willinger

Und wenn der Fulvia-Kühler ausgebaut ist, kann auch die Wasserpumpe relativ leicht getauscht werden. Die Pumpe wurde schnell geliefert und eingebaut, die alte aus Nostalgiegründen gereinigt in das Teile-Archiv genommen, sie war ja nicht kaputt.

 

Da muss der Kühler jetzt noch rein - vorher noch Putzen!

Da muss der Kühler jetzt noch rein – vorher noch Putzen!

Und was lernen wir aus diesem Geschichterl? Zwanzig Jahre den Kühler nur am Winteranfang zur Kontrolle des Gefrierschutzmittels beachtet, sonst hin und wieder den Wasserstand kontrolliert. Dass das Wasser im Fulvia-Kühler doch einige Korrosionsarbeit geleistet hat, und schließlich die Rostsuppe die Öffnung verlegt hatte, war bis zur Italienreise verborgen geblieben. Weitere zwanzig Jahre werde ich den Kühler jetzt sicher nicht mehr „ignorieren“.

 

E. Marquart / 5.2016

Die deutsche Zeitschrift „Oldtimer Markt“ hat in der Ausgabe 5/2013 einen ausführlichen Artikel über das Thema Kühlung gebracht, dessen Lektüre zu empfehlen ist.

Oldtimer Markt

 

Für fortgeschrittene Fulvia-Kenner zum Abschluss noch ein „buntes“ Quiz

Noch Fragen zum Wirken des Wassers in einem Fulvia-Kühler?

Noch Fragen zum Wirken des Wassers in einem Fulvia-Kühler?

Herzlichen Dank an den Quizmaster Markus Trah.

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